Bernburg-Produkte-Glas

Soda, Bicarbonat, Wasserstoffperoxid und hochreine Phosphorsäure

Solvay stellt in Bernburg Soda, Natriumbicarbonat, Wasserstoffperoxid und hochreine Phosphorsäure her. Soda ist vor allem für die Glasindustrie einer der wichtigsten Rohstoffe. Für ein Kilo Glas werden rund 250 Gramm Soda eingesetzt. Darüber hinaus wird Soda in der Metall verarbeitenden Industrie und bei der Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln benötigt. 

Natriumbicarbonat

Bernburg-EBS-Kraftwerk

Natriumbicarbonat (BICAR®) trägt insbesondere im von Solvay entwickelten trockenen Rauchgasreinigungsverfahren (SOLVAir® Solutions) maßgeblich zum Umweltschutz bei. Weitere Einsatzfelder: Lebensmittelindustrie, Tierernährung, Wasch- und Reinigungsmittel. Darüber hinaus werden BICAR®-Spezialitäten in pharmazeutischen und medizinischen Anwendungen wie der Blutwäsche eingesetzt.

Wasserstoffperoxid und hochreine Phosphorsäure

Bernburg-Produkte-Platine

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist beispielsweise Grundlage für die Persalzproduktion. Mit einer hochreinen H2O2-Qualität wird unter anderem die Halbleiterindustrie beliefert, die das Produkt bei der Herstellung von Computer-Chips einsetzt. Weitere Abnehmer sind die Papier- und Zellstoffindustrie sowie Wasch- und Reinigungsmittelhersteller. Seit 2012 wird in Bernburg auch hochreine Phosphorsäure hergestellt, die ihre Hauptanwendung in der Computerindustrie hat. 

Bei den hier hergestellten Produkten zählt die Solvay-Gruppe zu den Weltmarktführern.

So entsteht Soda

Soda ist ein wichtiges Solvay-Produkt

soda-kalkstein

Die Ausgangsstoffe sind Salz, Kalkstein und Anthrazit oder Koks sowie Ammoniak, das als Hilfsstoff eingesetzt wird. Kochsalz wird bei der Soda-Herstellung als gesättigte Salzlösung (Sole) eingebracht. Der Kalkstein wird zunächst gebrannt. Dabei entstehen Kohlendioxid und gebrannter Kalk. Der Branntkalk wird als Kalkmilch zur Rückgewinnung des Ammoniaks eingebracht. Das in Wasser gelöste Salz (Sole) wird mit Ammoniakgas gesättigt. Das beim Brennen des Kalksteins gewonnene Kohlendioxid wird anschließend in die Ammoniak-Sole geleitet, wobei Natriumhydrogencarbonat (Natron) und Ammoniumchlorid entstehen. 

Im nächsten Schritt wird das Natriumhydrogencarbonat erhitzt. Dabei bildet sich kristallförmiges Rohbicarbonat, das abgefiltert und durch Erhitzen in Soda umgewandelt wird. Das eingesetzte Ammoniak kann mit der Kalkmilch nahezu vollständig zurückgewonnen werden. Der größte Sodaabnehmer ist die Glasindustrie, für die Soda ein wichtiger Rohstoff ist. Pro Kilogramm Glas werden rund 250 Gramm Soda benötigt. In Waschmitteln unterstützt Soda die Waschkraft und auch in Spülmaschinenreinigern ist Soda ein unverzichtbarer Bestandteil.

Schema-Sodaherstellung

 

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Soda ist ursprünglich ein Naturprodukt, das durch Verdunstung am Rande von Salzseen entstanden ist und in der Regel bergmännisch abgebaut wurde und wird.

Ernest Solvay gelang 1861 die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem Soda preiswert im industriellen Maßstab hergestellt werden konnte. Bis heute wird synthetische Soda weltweit mit dem Solvay-Verfahren hergestellt.