Rheinberg, 30. Januar 2015, Stand 11:00 Uhr – Im Rheinberger Solvay-Werk ist heute Morgen

gegen 7:00 Uhr bei Wartungsarbeiten in der Anlage zur Vinylchlorid-Produktion Chlorwasserstoff

ausgetreten. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Der Austritt ist gestoppt.

Die genaue Ursache für den Produktaustritt ist noch nicht geklärt. Der ausgetretene Stoff bildete im Kontakt mit Luft eine sichtbare weiße Wolke. Die Freisetzung war im unmittelbaren Umfeld der Anlage auch durch Geruch zu bemerken. Solvay informierte die Nachbarn im Bereich des Gewerbegebietes Nord und der Werksiedlung, die Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die sofort eingeleiteten Messungen der Feuerwehr ergaben keine Gefährdung, so dass um 9:00 Uhr in Absprache mit der Kreisleitstelle Wesel Entwarnung gegeben wurde und die vorsorgliche Sperrung der Kreuzung an der B 57/Weststraße wieder aufgehoben wurde. Eine Gefährdung für das Rheinberger Stadtgebiet bestand aufgrund der Windrichtung aus West zu keiner Zeit.

Die sofort alarmierte Solvay-Werkfeuerwehr, die für solche Notfälle über spezielle Ausrüstungen verfügt, unterband durch das Setzen von Wasserschleiern die Ausbreitung der Chlorwasserstoffwolke. Durch den Wassereinsatz entstand stark verdünnte Salzsäure, die über die installierten Auffangsysteme in ein Rückhaltebecken geleitet wurde. Im Zuge der Reparaturarbeiten trat gegen 10:00 kurzzeitig eine weitere geringe Menge aus. Die vorsorgliche erneute Warnung der Nachbarn und Sperrung der Kreuzung wurden nach 15 Minuten wieder aufgehoben. Inzwischen ist der augenscheinlich betroffene Flansch abgedichtet worden. Der Produktaustritt ist gestoppt. Die Werkfeuerwehr ist weiterhin vor Ort.

Durch das sofort eingeleitete Abstellen der Anlage und Setzen der Wasserschleier konnte der Chlorwasserstoffaustritt gestoppt werden. Jetzt ist die Austrittsstelle abgedichtet“, so Werkleiter Dr. Richard Rösler. Solvay hat unverzüglich alle zuständigen Behörden informiert und wird nun die genaue Ursache des Vorfalls klären, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

In der Rheinberger VC-Anlage entsteht Chlorwasserstoff bei der Produktion von Vinylchlorid. Vinylchlorid (VC) ist der Ausgangsstoff für die Polyvinylchlorid (PVC)-Produktion.




Als internationale Chemiegruppe unterstützt Solvay die Industrie, verantwortliche und Werte schaffende Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Das Unternehmen erzielt 90 Prozent des Umsatzes in Märkten, in denen es weltweit zu den Top 3 gehört. Solvay bedient vielfältige Märkte wie Energie und Umwelt, Automobil und Luftfahrt, Elektro und Elektronik mit dem Ziel, die Leistung der Kunden zu steigern und zu höherer Lebensqualität beizutragen. Die internationale Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 29.400 Mitarbeiter in 56 Ländern und erzielte 2013 einen Umsatz von 9,9 Mrd. Euro.

 

Die deutschen Solvay-Gesellschaften erzielten 2013 rund 1,1 Mrd. Euro Umsatz im In- und Ausland (davon  930 Mio. Euro im Inland; ohne die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte). An zehn Standorten arbeiten in Deutschland rund 3.000 Beschäftigte. Zu den Hauptprodukten zählen Fluor-, Barium- und Strontium-Spezialitäten, Hochleistungskunststoffe, Soda, Natriumbicarbonat, Wasserstoffperoxid sowie Celluloseacetat.