Bad-Wimpfen-DJI

Bad Wimpfen, 27. Oktober 2017 - Solvay hat heute an einem Runden Tisch des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe teilgenommen. Bei dem Treffen in Heidelberg diskutierten rund 80 Vertreter von Wasserversorgern, der Regierungspräsidien Karlsruhe und Stuttgart, aus Industrie und Wissenschaft über erhöhte Trifluoracetat (TFA)-Werte im Neckar.

Nach allen Erkenntnissen ist TFA in den gemessenen Konzentrationen unbedenklich“, unterstrich Werkleiter Uwe Männel. „Dennoch unterstützen wir das gesellschaftliche Interesse, die TFA-Menge im Neckar zu verringern, da er auch zur Trinkwassergewinnung genutzt wird.“ Seit Feststellung erhöhter Werte vor einem Jahr hat Solvay daher gemeinsam mit der Aufsichtsbehörde die TFA-Menge im Abwasser auf deutlich unter ein Viertel verringert. Weitere Schritte sind in Vorbereitung. „Das Solvay-Werk hat zu keinem Zeitpunkt gesetzliche Abwassergrenzwerte oder Vorgaben der Behörden überschritten“, so Männel, „dennoch war es für uns sehr hilfreich, zum ersten Mal mit allen Beteiligten zusammen kommen zu können.“ Ziel müsse es weiterhin sein, unter Berücksichtigung aller Anliegen für alle Beteiligten vertretbare Werte zu erreichen.

Langzeitstudie soll Datenlage erweitern

Wir setzen daher alles daran, durch geeignete Maßnahmen auch bei Vollauslastung und gleichzeitigem Betrieb aller Anlagen die TFA-Frachten im Neckar nachhaltig auf ein Minimum, also unter zehn Prozent des Ursprungswerts, zu reduzieren und wo möglich ganz zu eliminieren“, so Werkleiter Männel. Doch selbst bei einer hypothetischen Null-Konzentration im Neckar dürfte das Rückhaltevermögen von Bodenschichten für weiterhin erhöhte TFA-Werte in Brunnen am Neckar sorgen.

Bereits für die Zulassung nach europäischen Chemikalien-Recht (Reach) sind die Auswirkungen von TFA auf Umwelt und Gesundheit untersucht worden. Nach heutigem Forschungsstand hat die gemessene, extrem geringe Konzentration von TFA keinerlei Wirkung. „Wir kommen dennoch dem Wunsch nach, die Datenlage zu erweitern und investieren zusätzlich in eine toxikologische Langzeitstudie“, so Männel. „Derzeit suchen wir den Kontakt mit dem Umweltbundesamt, um Fragestellungen und Anlage der Studie abzusprechen.“

Ehemals vier Anlagen produzieren Wirkstoff-Bausteine für Pflanzenschutz- und Arzneimittel

Bereits vor einem Jahr wurde die Produktion von Trifluoressigsäure in Bad Wimpfen eingestellt und in einem französischen Schwesterwerk gebündelt, das mit einem anderen Syntheseverfahren produziert. Allein dadurch sei die TFA-Menge im Neckar merklich reduziert worden. Den nächstgroßen Beitrag leisteten geänderte Prozessführung und technische Änderungen der ETFBO-Anlage. „Hier konnten wir die TFA-Emissionen auf einen Bruchteil reduzieren und sehen uns am Ziel“, so Männel. „Die beiden Anlagen für Trifluoressigsäure-Anhydrid und Trifluoracetylchlorid verursachten vergleichsweise geringe TFA-Beiträge. Auch hier haben wir Fortschritte erzielt und arbeiten an weiteren Verbesserungen.“

Flüsse werden nicht nur in geringem Umfang zur Trinkwassergewinnung, sondern vielfältig genutzt“, unterstrich Männel. „Sie dienen zum Beispiel auch der Schifffahrt oder nehmen Abwässer kommunaler und industrieller Kläranlagen auf.“ Es gelte die Interessen aller Nutzer auszubalancieren. „Wir übernehmen unseren Teil, indem wir inzwischen fast zwei Millionen Euro aufgewendet haben, um die TFA-Menge zu reduzieren.“




Solvay ist eine internationale Chemiegruppe, deren vielseitige Spezialitäten zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. In enger Partnerschaft mit Kunden entwickelt die Gruppe weltweit Innovationen für ganz unterschiedliche Anwendungen, etwa in Flugzeugen, Autos, Mobilgeräten und Medizintechnik, in Batterien oder bei der Förderung von Mineralien und Öl. Solvay trägt zur Nachhaltigkeit bei - mit leichten Werkstoffen für eine sauberere Mobilität, mit Rezepturen, die den Ressourcenverbrauch optimieren und mit Hochleistungschemikalien, die Luft- und Wasserqualität verbessern. Die Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter in 58 Ländern und erzielte 2016 einen Umsatz von 10,9 Mrd. Euro, 90 Prozent davon mit Geschäftsaktivitäten, in denen die Gruppe weltweit zu den Top 3 gehört. Solvay S.A. (SOLB.BE) ist an der Euronext in Brüssel und Paris gelistet (Bloomberg: SOLB.BB- Reuters: SOLB.BR). In den USA werden Aktienzertifikate der Gruppe (SOLVY) über ein Level-1-ADR-Programm gehandelt.

In Deutschland arbeiten fast 2.000 Beschäftigte an elf Standorten. 2016 erzielte die Solvay-Gruppe hier rund 1 Mrd. Euro Umsatz (alle Zahlen ohne die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte). Zu den Hauptprodukten zählen Fluor-, Barium- und Strontium-Spezialitäten, Hochleistungskunststoffe, Soda, Natriumbicarbonat sowie Wasserstoffperoxid.