Verbundwerkstoffe vom Kiel bis zur Mastspitze

Ein Rennboot-Designer hat Solvays Verbundwerkstoffenicht nur als Material für den Bootsrumpf ausgewählt, sondern auch für die Segel. Zum Einsatz kommt eine leichte Karbonfaser vom Kiel bis zur Mastspitze.

Ein Rennboot-Designer hat Solvays Verbundwerkstoffe nicht nur als Material für den Bootsrumpf ausgewählt, sondern auch für die Segel. Zum Einsatz kommt eine leichte Karbonfaser vom Kiel bis zur Mastspitze.

Rennboote sind Hochleistungsmaschinen und müssen daher auch aus Hochleistungswerkstoffen gebaut werden. Diese Überlegung brachte den spanischen Luxus-Bootsbauer Balance Arquitectura Navaldazu, mit Solvay am Design des neuen Renn-Katamarans Balance A+ zusammenzuarbeiten.

Für steife Flügel

Catamaran graphic

Solvays Global Business Unit Composite Materials ist im Schiffbau-Markt bereits präsent. Speziell Rennboote sind eine hervorragende Möglichkeit, um die Leistungen der Solvay-Werkstoffe herauszustellen. „Balance Arquitectura ist international vertreten und hat einen guten Ruf. Wir sind sehr stolz, mit einem so angesehenen Unternehmen zu arbeiten“, sagt Carlos Simarro, Account Manager bei Composite Materials von Solvay in Madrid. „Der Schiffbau-Markt ist zwar klein, lenkt aber vor allem dank prestigeträchtiger Bootsrennen wie dem America’s Cupviel Aufmerksamkeit auf unsere Werkstoffe. Viele namhafte Rennteams setzen unsere Werkstoffe in ihren Booten ein.“

Das Neue am Balance A+-Katamaran: Solvays Karbonfaser wird hier nicht nur für Strukturbauteile wie den Rumpf, sondern auch für die Segel verwendet. Genauer gesagt für den „Flügel“. Dieser wird deshalb so genannt, weil er mit seiner steifen, aerodynamischen Struktur einem Flugzeugflügel ähnelt. „Für Rennboote werden immer häufiger steife Flügel verwendet“, sagt Simarro. „Sie sorgen dafür, dass das Boot den verfügbaren Wind effizient ausnutzt.”

QuotesDer Schiffbau-Markt ist zwar klein, lenkt aber vor allem dank prestigeträchtiger Bootsrennen wie dem America’s Cup viel Aufmerksamkeit auf unsere Werkstoffe. Viele namhafte Rennteams setzen unsere Werkstoffe in ihren Booten ein.

Carlos Simarro, Account Manager, Composite Materials, Solvay

Leicht aushärtende Thermoplaste

Für diesen Katamaran wurde das Pre-preg VTM-264ausgewählt, ein leichter und hochfester langfaserverstärktes Thermoplast (LFT). Dieses Pre-preg ist nicht nur sehr leistungsstark, sondern ermöglicht auch ein Aushärten bei niedriger Temperatur ohne Autoklaven.

Das VTM-264 härtet bereits bei einer Temperatur von 65° Celsius aus. „Deshalb kann man auch lange Bauteile aushärten ¬ohne teure Spezialgeräte, die manchmal extra für den Kunden angefertigt werden müssen“, sagt Simarro. Diese einzigartige Fertigung verleiht dem Katamaran maximale Steifigkeit und ein minimales Gewicht, und das ist bei Rennen definitiv ein Vorteil.

Racing sail boat on the water

Harze für eine ansprechende und glatte Oberfläche

Die Harze aus der VTM 260-Gruppe haben je nach Viskosität unterschiedliche Bezeichnungen. Die Viskosität bestimmt die Qualität der Faserimprägnierung. Im diesem Fall wurde das VTM-264 mittlerer Viskosität wegen seiner für die Flügelherstellung gut geeigneten Eigenschaften zum Imprägnieren gewählt. „Für Flügel ist für eine ebenmäßige, makellose Oberfläche nur eine geringe Porosität erwünscht, die Oberfläche muss während des Laminiervorgangs frei von Lufteinschlüssen sein. Stimmt die Temperatur beim Aushärten nicht, durchtränkt das Harz das Gewebe nicht ordnungsgemäß. Das wiederum führt zu einem Bauteil schlechter Qualität und zu einem nicht so effizienten Flügel“, sagt Simarro.

Natürlich sind diese anspruchsvollen Werkstoffe teuer und sicherlich nicht für Freizeitboote geeignet. Aber in der Welt der ultraleistungsfähigen Renn-Katamarane muss alles absolut perfekt sein – und Solvay hat die Werkstoffe dafür.