Eisenbahnbetriebsprüfung: Solvay-Werkbahn ist sicher

Die Solvay-Werkbahn ist sicher und erfüllt die gesetzlichen Vorgaben.

  Rheinberg Eisenbahnbetriebsprüfung Click to enlarge
Das ist das Ergebnis der Eisenbahnbetriebsprüfung 2012. Alle vier Jahre prüft die Landeseisenbahnverwaltung (LEV) im Auftrag des NRWMinisteriums für Bauen und Verkehr den werkeigenen Schienen verkehr. „Das ist wie eine TÜV-Prüfung für Pkw“, sagt Eisenbahnbetriebsleiter Reiner Kempken. Ende Oktober gab es grünes Licht. Der Bahnbetrieb wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben zum Betrieb von Anschlussbahnen des Landes NRW weitergeführt.

Seit mehr als 100 Jahren unterhält Solvay in Rheinberg eine eigene Werk- und Industriebahn. Sie ist damit die älteste und größte der deutschen Solvay-Standorte. „Die Bahn war damals das einzige Transportmittel und schaffte die Voraussetzungen dafür, das Werk hier aufzubauen“, sagt Kempken. „Sowohl Rohstoffe als auch Fertigprodukte wurden ausschließlich auf der Schiene transportiert.“

Heute wird noch der Großteil der Rohstofftransporte und ein Teil des Versands der Solvay-Produkte wie Soda, Epichlorhydrin oder Natronlauge mit der Bahn abgewickelt. Rund 1,7 Mio. Tonnen Kalkstein, Anthrazit, Kohle oder Propen gelangen so ins Werk. Darunter sind auch die Rohstoffe, die per Schiff zum Rheinhafen geliefert und über die Werkbahn ins Werk gebracht werden. Darüber hinaus transportiert Solvay für esco das Salz vom Bergwerk in Rheinberg-Borth zum Hafen. Die 230 esco-Wagen werden, wie die Solvay-eigenen Loks und Waggons auch, auf dem Werkgelände gewartet und instandgehalten. „Bei der Bandbreite an Aufgaben, die wir übernehmen, steht die Sicherheit immer an erster Stelle“, betont Kempken. „Die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen und zu dokumentieren, ist ein kontinuierlicher Prozess und gehört zur täglichen Routine.“ 

Alles kommt auf den behördlichen Prüfstand

Im Auftrag des Landesministeriums kontrolliert die in Köln ansässige LEV alle vier Jahre Infrastruktur und Sicherheit von privat geführten Eisenbahnen, die an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen sind. Zwei Tage waren die Experten der Kölner Behörde auf dem Gelände unterwegs. 35 Kilometer Gleise und sechs Bahnübergänge nahmen sie in Augenschein, kontrollierten den Zustand der 120 Weichen, sechs Dieselloks und 90 Wagen, überprüften die Werkstatt und ließen sich die Abläufe zwischen Stellwerk, Produktionsbetrieben und Verladestellen erklären. Ein hoher Aufwand, der aber gerechtfertigt sei, sagt Kempken, denn schließlich gehe es um die Sicherheit. Und die ist nach Ansicht der Behörde gewährleistet, auch für die Strecke außerhalb des Werks, in den drei Kilometer entfernten Güterbahnhof Millingen, wo die Solvay-Gleise mit dem Netz der Deutschen Bahn verbunden sind.