Neue Kalklöschtrommel

Branntkalk besser nutzen

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Im April 2016 wurde sie mit einem Spezialtransport geliefert: Die neue 21 Meter lange und 60 Tonnen schwere Kalklöschtrommel. Seit Mai ist sie in Betrieb und sorgt in der Soda-Fabrik dafür, dass aus dem Branntkalk mehr Kalkmilch für den Soda-Prozess gewonnen wird. Gleichzeitig verringert sich die Menge der Kalklinsen, die bisher in die Düngemittelindustrie gingen. Solvay investiert dafür rund 1,4 Millionen Euro.

Bei der Soda-Herstellung wird Kalkstein in Kalköfen gebrannt, um Kohlendioxid für die Produktion und Branntkalk für die Rückgewinnung des Ammoniaks zu erhalten. Dabei blieben bisher kleine „Kalklinsen“ übrig, die sich nicht mit Wasser „löschen“ und zu Kalkmilch verarbeiten ließen. Diese Kalklinsen wurden an Düngemittelhersteller verkauft. Das Verladen dieses Materials war eine staubige Angelegenheit. In der neuen Anlage haben die Kalklinsen jetzt Zeit zu einer Nachreaktion und werden auch zu Kalkmilch verarbeitet. Einerseits verringert sich der Staub bei der Verladung, andererseits wird so der Rohstoff Kalkstein wesentlich effizienter genutzt.

Kein Produkt von der „Stange“

Die neue Kalklöschtrommel ist ein Unikat. Sie wurde von der Firma Allgaier aus Baden-Württemberg exakt nach unseren Vorgaben gefertigt“, erklärt Joachim Sattelmeier, Produktionsingenieur in der Soda-Fabrik. „Wir haben 2015 in Kooperation mit Verfahrenstechnikern von der Hochschule Niederrhein in Krefeld Tests durchgeführt und wertvolle Informationen für die Konstruktion der neuen Anlage gewonnen.“ Und auch bei der Inbetriebnahme und Optimierung ist ein Verfahrenstechnik-Student aus Krefeld beteiligt. Im Rahmen eines dreimonatigen Praktikums führt Mustafa Güler Versuche durch, um den optimalen Neigungswinkel für die Kalklöschtrommel festzulegen. „Die Kalklinsen werden an der einen Seite in die rotierende Trommel eingegeben, reagieren mit Wasser zu Kalkmilch und die Reste werden an der gegenüberliegenden Seite ausgetragen und abgesiebt. Der Neigungswinkel ist entscheidend dafür, wieviele Kalklinsen zu Kalkmilch reagieren können. Dadurch können wir die Ressource Kalkstein noch effizienter nutzen als bisher“, so Sattelmeier.

Bild oben - Das Team der Soda-Fabrik prüft die Antriebseinheit der neuen Kalklöschtrommel: Produktionsleiter Klaus Arnold, Prozessingenieur Joachim Sattelmeier, Verfahrenstechnik-Student Mustafa Güler und Schichtleiter Marcel Ojrzanowski.