Seit 25 Jahren wieder in der Solvay-Gruppe

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Unter dem Motto „Seit 25 Jahren wieder in der Solvay-Gruppe“ feierte das Solvay-Werk Anfang September 2016 das „kleine“ Jubiläum im Kurhaus. Mit der Rückübernahme im Jahre 1991 bekamen die damaligen Mitarbeiter einen Solvay-Vertrag. 236 von ihnen sind noch heute im Unternehmen und wurden für ihr 25-jähriges Dienstjubiläum ausgezeichnet.

Der 1. September 1991 war ein Wendepunkt in der 133-jährigen Geschichte des Chemiestandortes Bernburg. Vor 25 Jahren kehrte das Werk wieder in die Solvay-Gruppe zurück. Und damit Zuversicht und Aufbruchsstimmung“, sagte Werkleiter Patrick Sivry bei der Jubiläumsfeier. Es waren bewegende, ereignisreiche Jahre, in denen sich der Standort grundlegend verändert habe und in denen die Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung gestellt wurden.

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Sie würdigten die Leistungen des Bernburger Solvay-Werks: Landrat Markus Bauer, Oberbürgermeister Henry Schütze, der Bernburger Betriebsratsvorsitzende Wilfried Rosinski, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Solvay GmbH Dr. Andreas Meier, der Werkleiter Patrick Sivry und der Sekretär des Europäischen Betriebsrats und Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Solvay, Albert Kruft.


Umfassende Modernisierung

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Mehr als 600 Millionen Euro investierte Solvay seitdem in den Standort: Anlagen wurden modernisiert, neue Produktionsanlagen gebaut – wie die Wasserstoffperoxid- und Phosphorsäureanlage, das Industriekraftwerk und das mehrheitlich zur Tönsmeier-Gruppe gehörende Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk –, Firmen im Industriepark angesiedelt, umfassende Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Anlagen- sowie zur Arbeitssicherheit eingeführt.

Mitarbeiter sind „Motor des Erfolgs“

Eine unverzichtbare Säule waren und sind die Mitarbeiter, betonte Werkleiter Sivry. Mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen und ihrem Engagement waren und sind sie der Motor des Erfolgs. „Das Werk hat viel erreicht. Unsere Position ist gut. Mit unseren Exzellenz-Programmen werden wir unsere Produktion weiter verbessern. Und weiterhin am Standort investieren: in moderne und effiziente Verfahren und Anlagen, in qualifizierte und engagierte Fachkräfte“, so Sivry.

236 Mitarbeiter von damals sind noch heute dabei.

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Einer von ihnen ist Thomas Dittmann (rechts). Der 56-Jährige arbeitet seit 1982 im Werk. Der gebürtige Bernburger begann als Verlader, machte an der Abendschule eine Weiterbildung zum Schlosser und wechselte später in den Versand. Heute ist er Leiter des Eisenbahnbetriebs.

Auch Michael Thanhäuser (links) kennt das Werk vor und nach der Integration in die Solvay-Gruppe. Der 54-Jährige begann hier vor 38 Jahren seine Ausbildung zum Schlosser, machte seinen Meister für Hebe- und Aufzugsanlagen und ist jetzt Meister in der Hauptwerkstatt. Jürgen Killmann (Mitte) steht ebenfalls für die Verbundenheit mit dem Werk. Vor 37 Jahren kam der 62-Jährige nach seinem Chemie-Studium nach Bernburg – und blieb. Heute ist er für die Bereiche Umweltschutz und Arbeitssicherheit zuständig.

Seit 133 Jahren Soda-Produktion in Bernburg

Soda oder Natriumcarbonat ist ein wichtiger Grundstoff für die Glasherstellung, für Reinigungsmittel und die Waschmittelindustrie. Vor 153 Jahren entwickelte der belgische Erfinder und Industrielle Ernest Solvay ein ammoniakbasiertes Verfahren, um Soda herzustellen. Noch heute wird Soda im Wesentlichen nach seinem Verfahren hergestellt. Im Jahre 1880 beantragte Solvay eine Konzession für die Soda-Fabrik in Bernburg, die drei Jahre später ihren Betrieb aufnahm. Bis zum Zweiten Weltkrieg hielt Solvay 82 Prozent der deutschen Soda-Produktion; Bernburg hatte einen beträchtlichen Anteil daran. 1939 wurde das Werk unter NS-Aufsicht gestellt und ein Jahr später kam es unter NS-Zwangsverwaltung. 1952 wurde die Sodaproduktion wieder aufgenommen, als „Volkseigener Betrieb“ (VEB) der DDR. Nach der Wiedervereinigung wurde das Werk 1991 wieder in die Solvay-Gruppe eingegliedert. Heute arbeiten hier rund 400 Mitarbeiter – einschließlich der mehr als 40 Auszubildenden.