Uferschnepfen

Rote-Liste-Vogel nutzt Ausgleichsflächen der Salzgewinnungsgesellschaft

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Bedrohte Uferschnepfen brüten auf Heidehof-Wiesen. 

„Rund 30 Uferschnepfen rasteten im Frühjahr 2010 auf den Heidehof-Wiesen zwischen Gronau und Ahaus. Im Jahr 2009 haben sogar sechs Paare dort gebrütet“, so der Betriebsleiter der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW), Martin Hart. „Die Vogelart steht national und international auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Wir freuen uns daher ganz besonders, mit dieser Ausgleichsfläche neuen Lebensraum für sie geschaffen zu haben.“ 

Idealer Brutort für Zugvögel

„Die Uferschnepfe ist ein 35 bis 45 Zentimeter großer Watvogel mit einer Flügelspannweite von bis zu 75 Zentimetern“, erklärt Christoph Rückriem, Gebietsbetreuer und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Zwillbrock. „Ihr Erhalt ist ein Ziel des europäischen Vogelschutzgebietes „Moore und Heiden des westlichen Münsterlandes“, in dem sich auch die Heidehof-Wiesen befinden.“ 

Die Uferschnepfe ist ein Zugvogel und überwintert im nördlichen Afrika. Im März treffen die Tiere im Gebiet ein, paaren sich und beziehen ihre Brutplätze. „Die von der SGW geschaffenen Wiesen sind ein idealer Brutort, weil sie nicht gemäht, sondern nur extensiv beweidet werden“, so Rückriem. „Der angehobene Grundwasserspiegel sorgt für ideale Bedingungen und macht die Flächen für die Uferschnepfe hoch attraktiv.“ 

Befeuchtung und Extensivierung

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Noch in den 1990er Jahren wurden die Heidehof-Wiesen intensiv landwirtschaftlich genutzt. „Als eine von mehreren Ausgleichsmaßnahmen für Bohrplätze, die zwischen 2004 und 2009 erschlossen wurden, haben wir sie dann durch das Anlegen von Tümpeln wieder befeuchtet. Jetzt werden sie extensiv landwirtschaftlich genutzt“, so Georg Hengst, bei der SGW verantwortlich für Umweltschutz und Genehmigungen. 

„Damit konnte der Rückgang der Uferschnepfen in den Heidehof-Wiesen gestoppt werden. Heute brüten allein hier regelmäßig drei bis sechs Paare. Unser Ziel ist es seit jeher, die wirtschaftliche Tätigkeit im Kavernenfeld und den Naturschutz In Einklang zu bringen.“ 

In den vergangenen Jahren hat die SGW über 50 Hektar an naturschutzrelevanter Fläche für die extensive Bewirtschaftung als Dauerweide bereitgestellt und auf diesen rund 20 Tümpel angelegt. „Erfolge wie brütende Uferschnepfen oder wachsende Zahlen von Kiebitzen bestätigen unseren Kurs“, freut sich Hengst.