Rückepferde - Pferdestärken für neue Brutplätze

Mit ihrem Geschirr und ihren zotteligen Mähnen wirken sie wie aus der Zeit gefallen.

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Doch auch in der modernen Forstwirtschaft haben Rückepferde ihren Platz. Für die Erweiterung eines Brutgebietes setzte die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) auf die Kraft der Pferde. 

Das Amtsvenn im Münsterland. Auf dem rund 900 Hektar großen Naturschutzgebiet zwischen Epe und dem niederländischen Enschede finden seltene Pflanzen und Tiere einen Lebensraum. Auch Kornweihen, Sumpfohreulen, Kiebitze und Kraniche können hier ungestört brüten und ihren Nachwuchs aufziehen. „Diese Vögel bevorzugen weite, offene Flächen“, erklärt Georg Hengst (SGW). Um die Brutflächen zu vergrößern, setzt die SGW Naturschutzmaßnahmen in einem Moorgebiet mit Kiefernwald des Landes NRW um. Die Umwandlung des rund zwei Hektar großen Geländes – das entspricht etwa vier Fußballfeldern – ist ein Ausgleich für den neuen Sole-Bohrplatz von dem in den nächsten Jahren sieben Kavernen erschlossen werden sollen.

Mitte Februar schlug die Stunde der Rückepferde eines regionalen Betriebes, der seit 1878 die Tradition des Holzrückens pflegt. Aus gutem Grund: „Forstmaschinen können in dem schwer zugänglichen Moorgebiet nicht eingesetzt werden“, erklärt Hengst. So zogen die Pferde die Baumstämme auf die Waldwege. Eine Methode, die bis in die 1960er Jahre Bestand hatte. In den folgenden Jahrzehnten wurden die rund 700 Kilogramm schweren Pferde von speziellen Maschinen wie Harvestern und Forwardern abgelöst. Da die Pferde aber keine Gassen benötigen und so gut wie keine Schäden verursachen, wird ihr Einsatz vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Forstwirtschaft wieder gefördert. Auch im Amtsvenn konnten sie ihre Stärken ausspielen. Rechtzeitig vor Beginn der Brutsaison wurden die letzten Stämme abtransportiert.