Fragen an die SGW

Jedes Jahr besuchen mehr als 800 Menschen die SGW und informieren sich über die Salzgewinnung in der Region

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Hier einige oft gestellte Fragen.

Fragen an die SGW

Warum dürfen die Energieversorger ihre Gasverdichter im Naturschutzgebiet bauen?

In einem Naturschutzgebiet darf grundsätzlich nicht gebaut werden. Zwischen Ahaus und Gronau gibt es vier verschiedene Schutzgebiete: das Naturschutzgebiet Amtsvenn, ein Flora Fauna Habitat (FFH) sowie ein Vogelschutz- und ein Landschaftsschutzgebiet. Die Verdichterstationen der Gasversorger liegen in einem Landschaftsschutzgebiet. Bau- und Erdarbeiten sind in diesen Gebieten unter strengen Auflagen erlaubt. Außerdem müssen sich die Gasversorger an Kompensationsmaßnahmen beteiligen oder Ausgleichsflächen erwerben und renaturieren.

Warum schafft die SGW Ausgleichsflächen in der Region?

Die Ausgleichsmaßnahmen sind nicht ortsgebunden. Wir könnten ebenso an einem anderen Ort in NRW investieren oder unsere Beiträge in einen Naturschutz-Fonds einzahlen. Die SGW fühlt sich aber der Region und den Menschen eng verbunden. Fast alle Mitarbeiter kommen aus der unmittelbaren Umgebung. Wir haben ein großes Interesse daran, dass dieser einzigartige Naturraum erhalten bleibt. Wir schaffen daher mehr schützenswerte Flächen, als wir tatsächlich für die Soleförderung in Anspruch nehmen. Allein im Jahr 2012 kommen so mehrere Millionen Euro dem Naturschutz zu Gute.

Kann in den Salzkavernen Atommüll eingelagert werden?

Nein. Die Salzlagerstätte ist dazu nicht geeignet. Sie ist lediglich 300 Meter hoch. Um eine Untertagedeponie für radioaktive Abfälle sind mindestens 500 Meter Salz in alle Richtungen nötig. Zudem gibt es keine Technik, um Abfallbehälter in die Kavernen zu transportieren.

Wie sicher ist die Gasspeicherung in Kavernen? Sitzen wir auf einer Bombe?

In den Gasspeicherkavernen befindet sich keine Luft und damit kein Sauerstoff. Aus dem Grund kann auch nichts verbrennen oder gar explodieren. Selbst wenn Gas austreten sollte, schließen sich sofort automatisch die Sicherheitsventile, die tief in den Fördersträngen eingebaut sind. In dem Fall könnte nur eine geringe Restmenge als Wolke aufsteigen, die aber ungiftig ist.

Warum wird Gas überhaupt in Kavernen gespeichert?

Die Kavernen sind ideal für die Gasspeicherung geeignet. Im Vergleich zu oberirdischen Gasspeichern (z. B. Gasometern) ist die Kapazität unterirdischer Speicher um ein Vielfaches höher. Außerdem können die durch die Salzförderung entstandenen Hohlräume nachhaltig genutzt und Gas umweltfreundlich gespeichert werden. Ihre Wände sind absolut gasundurchlässig und können einem hohen Druck standhalten. Der innere Gasdruck wiederum wirkt dem natürlichen Druck der umliegenden Gesteinsschichten entgegen.

Arbeiten die SGW und die Energieversorger zusammen?

Es gibt eine klare Trennung. Der Geschäftszweck der Salzgewinnungsgesellschaft ist es, Salz zu fördern und die entstehenden Kavernen zu vermieten. Die Gasspeicherung fällt in die Verantwortung der Energieversorger als Mieter.

Wer ist für die Wege im Kavernenfeld verantwortlich? Wer kommt für Schäden auf?

Die Wege sind Eigentum der Stadt Gronau. Die Bohrplätze und Kavernenspeicher liegen dezentral an den Gemeindewegen. Das Problem: Tag für Tag fahren Lkw und Baumaschinen über die Wege – und hinterlassen mit der Zeit ihre Spuren. Die Folgen sind Schlaglöcher und verständlicher Ärger der Anwohner über den zunehmend schlechteren Zustand der Wege. 
 
Um dieses Dilemma zu beseitigen, haben die SGW und die Stadt Gronau bereits vor 30 Jahren einen Wegenutzungsvertrag abgeschlossen, der kürzlich erweitert wurde. Danach zahlen die SGW, und seit einigen Jahren auch die Speicherunternehmen, eine jährliche Nutzungsgebühr an die Stadt. Im vergangenen Jahr floss zudem eine einmalige Abschlagszahlung in Höhe von 550.000 Euro. 
 
Die Unternehmen zahlen also für die Nutzung und damit indirekt für die daraus entstehenden Schäden. Die Stadt kümmert sich ihrerseits um die Instandhaltung der Wege. Die Sanierung des Schlamannweges im Frühjahr 2011 ist ein Beispiel, wie die Einnahmen eingesetzt werden; weitere Sanierungsmaßnahmen sollen in den nächsten Jahren folgen. 

Können Senkungen die Fließrichtung von Bächen und Gräben verändern?

Im Winter steht im Münsterland vielerorts Wasser auf den Wiesen. Diese Feuchtigkeit tritt unabhängig vom Bergbau auf und ist normal. Daher ist es notwendig, Drainagen und Abflussgräben in Stand zu halten. Im Abbaubereich funktioniert das System trotz der Bergsenkungen. Langfristig werden einige kleine Hebeanlagen in Bächen nötig sein, um Wasser abzuführen.

Wie legt man Kavernen still?

Stand der Technik ist es, stillgelegte Kavernen mit Salzsole zu füllen und dann zu verschließen. Im Falle einer Stilllegung würde die SGW behördliche Auflagen umsetzen. Dazu gehört unter anderem der Nachweis, dass für Menschen und Tiere keine Gefahr besteht. Zurzeit hat die SGW aber nicht vor, Kavernen stillzulegen.

Ist die Kaverne S66 als Speicherkaverne geeignet?

Prinzipiell ja, vorher sind aber genauere geologische Untersuchungen nötig.