„Vielfalt der Landschaft erhalten und entwickeln“

Ausgleichsmaßnahmen

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Flächenbedarf für Bohrplätze und Kavernen minimieren – naturnahe Landschaften entwickeln. Nach diesem Prinzip handelt die SGW seit Mitte der 1970er Jahre. Seitdem sind rund 55 Hektar biologisch und landschaftlich vielseitiger Flächen entstanden.

Solegewinnung und Ausgleichsmaßnahmen gehören bei der SGW zusammen. Jedem neuen Kavernenplatz stehen Flächen gegenüber, die rekultiviert oder naturnah entwickelt werden. Sie werden nach gesetzlich festgelegten Kriterien ausgewählt. Grundlage dafür ist das Bundesnaturschutzgesetz. Das verfahrensrechtliche Procedere mit dem gesetzlich verankerten Verursacherprinzip ist aber nur die eine Seite, die Pflicht. Die andere Seite, die Kür, besteht aber darin, Landschaften zu entwickeln, die sich ins Gesamtbild einfügen.

Landschaftscharakter erhalten – neue Lebensräume schaffen

  Ahaus-Biotopentwicklung Click to enlarge

Im Kern geht es darum, ein kleinteilig strukturiertes Landschaftsbild zu entwickeln, das als naturgemäß, kulturlandschaftsgerecht und damit auch als ästhetisch empfunden wird“, betont Dieter Textoris, der als unabhängiger Umweltingenieur die Planung und Umsetzung der Kompensationsprojekte betreut. Mit Tümpeln, Vernässungsflächen, Hecken, Gräben und durch Wiederaufforstungen mit Buchen, Birken, Eichen oder Erlen wirke die SGW zudem einer intensiven Bewirtschaftung mit Monokulturen entgegen.

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Wir entwickeln Lebensstätten, die den ursprünglichen kulturlandschaftlichen Charakter betonen und neue Lebensräume für in der Region selten gewordene Tiere wie die Knoblauchkröte, den Kammmolch oder den Kiebitz bieten“, ergänzt Marcus Klaus von der SGW. Die Entwicklungsmaßnahmen basieren auf einem Flächen-Pool. Textoris: „Die Ausgleichsflächen sind als Puffer um die vorhandenen Naturschutzgebiete herum angelegt.“

Dazu komme noch ein weiterer Aspekt: „Wir verfolgen zwar wirtschaftliche Interessen, aber wir versuchen, für alle Seiten Lösungen zu finden“, betont auch SGW Betriebsleiter Martin Hart. „Wir fühlen uns mit der Region eng verbunden; die Natur liegt uns am Herzen. Daher beginnt das Thema Ausgleich bereits lange vor der Planung neuer Kavernen. Die benötigten Flächen versuchen wir so klein wie möglich zu halten. Zudem versuchen wir, so gut es eben geht, sie mit Hecken, Sträuchern und Bäumen zu begrünen und visuell so unauffällig wie möglich in die Landschaft zu integrieren.