Flaches Salzlager in Epe: Fakten und Zahlen

In Epe lagert das Salz in einer flachen, gleichmäßigen Form. Deshalb spricht man von "Salzpfanne".

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Sie erstreckt sich über Kilometer hinweg in einer gleichmäßigen Dicke von 200 bis 400 Metern. Das Salz ist hier besonders rein und dicht und bildet daher ein ideales Muttergestein für die Kavernenspeicherung. Das Kavernenfeld in Epe ist von massiven Salzmassen umgeben.

Entstehung des Salzlagers in Epe

Unter Gronau und Epe erstreckt sich in etwa 1.000 Metern Tiefe ein großräumiges Salzlager, das von Rheinberg im Süden bis in die norddeutsche Tiefebene und die Niederlande reicht. Es hat eine Millionen Jahre alte Geschichte. 

Das Gebiet, auf dem heute England, Polen, Dänemark und Deutschland liegen, war vor 250 Millionen Jahren von einem gewaltigen Meer bedeckt. Trockenheit und Hitze führten dazu, dass der Meeresspiegel im Laufe der Zeit sank und der Ozean austrocknete. Vor allem in den weitgehend vom freien Wasser abgeschlossenen Meeresarmen verdunstete immer mehr Wasser. Die im Meerwasser gelösten Salze lagerten sich auf den ehemaligen Ozeanböden ab. In den Salzvorkommen bei Epe lagerte sich das Salz besonders störungsfrei und flach ab. Das in Epe gewonnene Salz ist mit einem Anteil von 98–99 Prozent Natriumchlorid (Kochsalz) sehr rein. Es bildet deshalb ein besonders dichtes Muttergestein und bietet ideale Bedingungen für die Kavernenspeicherung.

Zahlen zum Salzlager in Epe

Das Salzlager bei Epe hat in Nord-Südrichtung eine Länge von ca. 50 Kilometer. In Ost-Westrichtung sind es 20 Kilometer. Bei Epe sind sie bis zu 400 Meter mächtig und fallen in der Region Ahaus/Vreden auf 100 bis 200 Meter ab. In der Gegend um Bocholt steigen sie wieder auf eine Dicke von 400 Meter an. Für die Entstehung der Salzpfanne sind vor 255 Millionen Jahren enorme Wassermassen verdunstet: Damit eine Salzablagerung von 300 Metern Dicke entstehen konnte, ist über drei Millionen Jahre eine Wassersäule von rechnerisch 23 Kilometern eindampft.

Vergleich: Salzdom - Salzpfanne

Salz kann unterschiedlich gelagert werden: in einem Salzdom oder in einer Salzpfanne. Der Grund: unterschiedliche geologischen Bedingungen. Ein Vergleich: Während der unterirdische Salzdom in Louisiana (USA) pilzförmig ist, lagert das Salz im Münsterland in flacher Form wie in einer Pfanne.

Die Situation in Louisiana

Ein Salzdom – auch Salzstock genannt – entsteht, wenn es zu einer Ausstülpung des Salzes in höhere Erdschichten kommt. Das Salz bildet dabei im Untergrund meist eine pilzartige Form. In der Ortschaft Bayou Corne im US-Bundesstaat Louisiana ist im August 2012 eine Salzkaverne in einem solchen Salzdom in sich zusammengebrochen. An der Oberfläche ist dadurch ein Erdloch entstanden, das sich mit Wasser füllte und zu einem See entwickelte. Die Ursache dieses Einbruchs war die Lage der Kaverne im Salzdom: Da sie sehr nah am seitlichen Rand des Doms errichtet wurde, war die Salzschicht an den Seiten zu dünn. Sie konnte dem Druck lockerer Gesteinsschichten nicht standhalten, die Kaverne brach seitlich ein und Gestein konnte in die Kaverne rutschen.

Die Situation im Münsterland 

In Epe lagert das Salz in einer flachen, gleichmäßigen Form. Es erstreckt sich über Kilometer hinweg in einer gleichmäßigen Dicke von 200 bis 400 Metern. Das Salz ist hier besonders rein und dicht und bildet daher ein ideales Muttergestein für die Kavernenspeicherung. Das Kavernenfeld in Epe ist von massiven Salzmassen umgeben. Ein Einbruch wie in den USA ist grundsätzlich ausgeschlossen.


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