Glanerbeek

Das Moorgebiet Amtsvenn ist 2011 um rund 15 Hektar ergänzt worden

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Zusammen mit der Wasserbehörde Regge en Dinkel und der Biologischen Station Zwillbrock hat die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) die natürlichen Wasser- und Strömungsverhältnisse in dem Gebiet wiederhergestellt.

"Das Projekt an der Glanerbeek ist ein Musterbeispiel für eine gelungene grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Wirtschaft, Kommunen, Behörden und Naturschutzorganisationen”, sagte Dr. Manfred Inkmann, Geschäftsführer der SGW. “Das Gemeinschaftsprojekt ist ein Gewinn für alle Seiten. Es zeigt, dass Naturschutz keine Grenzen kennt.” Das war nicht immer so. In den vergangenen hundert Jahren wurde eben diese Grenze zu einer Barriere für die natürlichen Wasserströme. Noch in den 1980er Jahren wurde entlang der Grenze auf deutscher Seite eine Rohrleitung verlegt, um das Wasser in den Flörbach abzuleiten. Das Problem: Die Leitung wurde im Laufe der Jahre undicht. Sie entwässerte und beeinträchtigte so das angrenzende grenzüberschreitende Moorgebiet.

Auf einer Fläche von rund 15 Hektar, das entspricht etwa 30 Fußballfeldern, entstand ein neues Überschwemmungsgebiet. Rund 40.000 Kubikmeter Erde wurden dafür bewegt.   

Natürliches Rückhaltebecken bei Hochwasser

Die SGW und die Waterschap Regge en Dinkel, die etwa ein Fünftel der Kosten übernommen hat, haben einen Millionenbetrag in die Renaturierung des Gebietes investiert. Im ersten Bauabschnitt wurde der an der westlichen Grenze des Hündfelder Moores verlaufende Bach wieder nach Norden an die Glanerbeek angeschlossen und so der natürliche und ursprüngliche Lauf der Glane wiederhergestellt. Die Glanerbeek wird jetzt wieder gleichmäßiger mit Wasser versorgt, so dass auch in trockneren Perioden Wasser fließt.

Im zweiten Bauabschnitt wurde auf dem ehemaligen Maisacker ein natürliches Rückhaltebecken angelegt, das große Mengen Regen- oder Hochwasser aufnehmen kann. Dadurch wurde auch die durch das grenzüberschreitende Moor verlaufende undichte Rohrleitung entbehrlich und konnte geschlossen werden. Der unkontrollierte Wasserverlust und der Nährstoffeintrag in das empfindliche Hochmoor ist damit gestoppt; eine wichtige Voraussetzung, um die Regeneration des Moores zu fördern.

Wertvolles Biotop bietet Brut- und Rastplätze für Vögel

“Das Renaturierungsprojekt Glanerbeek/Amtsvenn  setzt darüber hinaus auch wichtige Ziele des angrenzenden europäischen Vogelschutzgebiets um: Das entstandene Feuchtgebiet stellt neuen Lebensraum für viele seltenen Vogelarten bereit, der sich behutsam und weitgehend ungestört entwickeln muss”, betonte Christoph Rückriem von der Biologischen Station Zwillbrock e.V., die das Projekt unterstützt und wissenschaftlich begleitet hat.

Ausgleichsmaßnahme für Bohrplätze

Das Renaturierungsprojekt ist eine Ausgleichsmaßnahme für die Solung von Salzkavernen. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die SGW Flächen im Umkreis des Moores gekauft, um mit den gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen einen  maximalen Nutzen für die Natur zu erreichen. Daher ist dieses Gebiet ausschließlich dem Natur- und Artenschutz gewidmet und für Besucher nicht zugänglich.