Solar Impulse-Pilot André Borschberg auf der IdeenExpo

Forschung aus Niedersachsen hilft beim Solarflug um die Erde.

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Ein Flug um die Welt nur mit der Energie der Sonne, ganz ohne Emissionen - dieses Vorhaben hat André Borschberg, einer der beiden Piloten und CEO des Projektes Solar Impulse, auf der IdeenExpo vorgestellt. 

Im Jahr 2015 soll die Welt in fünf Etappen mit Zwischenlandungen auf vier Kontinenten auf der Höhe des nördlichen Wendekreises umrundet werden. Zwei Piloten werden Solar Impulse dabei abwechselnd fliegen: André Borschberg und Bertrand Piccard, dem 1999 gemeinsam mit Brian Jones bereits die erste Erdumrundung in einem Ballon gelang. André Borschberg saß im Juli 2010 bei einem 26stündigen Flug, der die Möglichkeit demonstrierte, auch während der Nacht in der Luft zu bleiben, und ebenfalls im Mai 2011 beim ersten internationalen Flug (von Payerne/Schweiz nach Brüssel) im Cockpit von Solar Impulse. Zu den Beweggründen für das Projekt sagte er: „Solar Impulse wurde nicht gebaut, um Passagiere, sondern um Botschaften zu transportieren. Wir wollen beweisen, dass wir mit den heutigen Technologien die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von fossilen Energien reduzieren können."

Spezielles Solvay-Treibmittel für Cockpit-Isolierung

Auch Niedersachsen hilft dabei, dass der Flug um die Welt und die vorhergehenden Tests gelingen. Ein Solvay-Produkt sorgt z.B. für die Wärmeisolierung des Cockpits. „Für mich als Piloten ist die Cockpit-Isolierung bei Außentemperaturen zwischen -40 und +40°C von entscheidender Wichtigkeit. Schließlich hat Solar Impulse keine Klimaanlage an Bord. Solvay hat hier in Hannover die Entwicklung des Isolierschaums vorangetrieben," so André Borschberg.

„Die besondere Herausforderung war, einen Isolierschaum zu finden, der bei sehr geringer Dicke und extrem niedrigem Gewicht eine exzellente Stabilität und maximalen Kälteschutz liefert", erklärte Dr. Andreas Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der SOLVAY GmbH. „Mit dem Treibmittel Solkane® ist es gelungen, einen Polyurethan-Schaum (PUR) herzustellen, der bei gleicher Dicke eine 40 Prozent höhere Isolierwirkung hat als herkömmliche Materialien." Doch nicht nur in (Solar-)Flugzeugen, dem Space Shuttle oder in Antarktis-Forschungsstationen wird mit Polyurethan isoliert, vor allem in Niedrig-Energie-Häusern werden PUR-Dämmplatten schon heute in großem Stil verbaut.

Nachts wird das Solar-Flugzeug mit Strom aus leistungsfähigen Akkus angetrieben. Hier kommt eine zweite Entwicklung aus Hannover ins Spiel: „Es gilt, eine maximale Ladekapazität bei ebenfalls minimalem Gewicht zu erzielen", sagte Dr. Meier. „Die Lösung sind spezielle Lithium-Ionen-Akkus, deren Elektrolyt F1EC enthält." F1EC macht Akkus haltbarer, indem es die maximale Zahl der Ladezyklen erhöht und vor Überhitzung beim Laden und Entladen schützt. Die industrielle Herstellung des komplizierten Moleküls hat Solvay in Forschungslaboren in Hannover und einer Pilotanlage in Bad Wimpfen entwickelt. Im Alltag wird der neue Stoff hauptsächlich für Lithium-Ionen-Akkus in Mobil-Telefonen und Laptops benötigt.