Solvay in Bad Wimpfen - 200 Jahre Wandel

Vom Salz zum Solarflugzeug

Click to enlarge

Bad Wimpfen, 21. Juli 2017 -  Seit 200 Jahren besteht der Standort in diesem Jahr. Ein Alter, das nur wenige Unternehmen erreichen. Das Erfolgsrezept lässt sich mit zwei Worten beschreiben, aber mitunter nur mühevoll umsetzen: Fortwährender Wandel. Das heißt, immer wieder aufs Neue Altes verwerfen, Neues erfinden und einführen. Das schließt Arbeitsweisen ebenso ein wie Produkte. 

Am Anfang war die Saline

Als Saline gegründet produzierte das Werk zunächst Kochsalz. Dazu wurde Salzwasser, auch Sole genannt, auf Feuer eingedampft. „Dieses Geschäftsmodell wäre seit Generationen nicht mehr tragfähig“, so Werkleiter Uwe Männel. Bergmännisch abgebautes Salz ist sehr viel kostengünstiger und in größeren Mengen verfügbar. „Unsere Vorväter erkannten rechtzeitig, dass die Zukunft in neuen Produkten liegen würde.“ So produzierte die Saline dann anorganische Fluoride wie Kryolith, das u. a. für die Schmelzflusselektrolyse zur Gewinnung von Aluminium benötigt wird. Später folgten organische Fluorgase, wie unbrennbare Treibmittel für Spraydosen. Nachdem der spätere Nobelpreisträger Paul Crutzen deren Einfluss auf die Atmosphäre entdeckt hatte, wurde die Herstellung dieser Produkte wieder eingestellt. 


Nachhaltige Chemieprodukte

Heute sehen wir die Zukunft in Produkten, die langfristige Grundbedürfnisse der Menschheit befriedigen“, so Werkleiter Männel. „Menschen werden immer älter. Ihre Zahl wächst unaufhörlich. Der Bedarf an wirksamen Arznei- und Pflanzenschutzmitteln steigt daher kontinuierlich. Bei der Synthese der Wirkstoffe sind Fluorverbindungen aus Bad Wimpfen unabkömmlich.“ 

Mobilität ist zweifelsfrei ein weiteres Grundbedürfnis. Quasi als Evergreen trägt die anorganische Fluorverbindung NOCOLOK® seit Jahrzehnten maßgeblich zum Erfolg bei. Benötigt wird es beim Löten von Wärmetauschern aus Aluminium, vor allem für Autokühler und -klimaanlagen. 

Wimpfener Produkte sind auch im zukunftsweisenden Solar Impulse, in dem Menschen erstmals allein mit Solarstrom die Erde umrundeten. Ziel des Solarflugs: Produkte und Technologien zu entwickeln, mit denen die Menschheit ihren Lebensstandard halten kann, trotz knapper werdender Ressourcen. „Auch zukünftig werden wir wesentliche Beiträge dazu leisten und blicken daher optimistisch auf die nächsten 200 Jahre.“  





Solvay ist eine internationale Chemiegruppe, deren vielseitige Spezialitäten zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. In enger Partnerschaft mit Kunden entwickelt die Gruppe weltweit Innovationen für ganz unterschiedliche Anwendungen, etwa in Flugzeugen, Autos, Mobilgeräten und Medizintechnik, in Batterien oder bei der Förderung von Mineralien und Öl. Solvay trägt zur Nachhaltigkeit bei - mit leichten Werkstoffen für eine sauberere Mobilität, mit Rezepturen, die den Ressourcenverbrauch optimieren und mit Hochleistungschemikalien, die Luft- und Wasserqualität verbessern. 

Die Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter in 58 Ländern und erzielte 2016 einen Umsatz von 10,9 Mrd. Euro, 90 Prozent davon mit Geschäftsaktivitäten, in denen die Gruppe weltweit zu den Top 3 gehört. 

Solvay S.A. (SOLB.BE) ist an der Euronext in Brüssel und Paris gelistet (Bloomberg: SOLB.BB - Reuters: SOLB.BR). In den USA werden Aktienzertifikate der Gruppe (SOLVY) über ein Level-1-ADR-Programm gehandelt.

In Deutschland arbeiten fast 2.000 Beschäftigte an zehn Standorten. 2016 erzielte die Solvay-Gruppe hier rund 1 Mrd. Euro Umsatz (alle Zahlen ohne die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte). Zu den Hauptprodukten zählen Fluor-, Barium- und Strontium-Spezialitäten, Hochleistungskunststoffe, Soda, Natriumbicarbonat sowie Wasserstoffperoxid.