Solvay ist langjähriger Partner des Flugzeugtriebwerkherstellers Safran. Aus der Zusammenarbeit sind bahnbrechende neue Verbundwerkstoff-Technologien hervorgegangen, die die neue Generation von Triebwerken leichter, treibstoffeffizienter und leiser machen.

Auf der diesjährigen Internationalen Luftfahrtmesse in Farnborough verkündeten Solvay und Safran eine neue Liefervereinbarung. Danach liefert Solvay Safran auch künftig Verbundwerkstoffe für den Bau des LEAP-Triebwerks, das gemeinsam mit General Electric über das 50:50 Gemeinschaftsunternehmen CFM entwickelt wurde. „Das Triebwerk-Design profitiert von den Vorteilen von Verbundwerkstoffen. Treibstoffverbrauch, CO2-Emissionen, Lärmpegel und Instandhaltungskosten werden gesenkt“, fasst Carmelo Lo Faro, Leiter der Solvay-Global Business Unit (GBU) Composite Materials zusammen.

 

Weitreichende, integrierte Zusammenarbeit

Die Unterzeichnung der neuen Liefervereinbarung ist nur der jüngste Schritt in der jahrelangen Zusammenarbeit beider Unternehmen. „Safran setzt unsere Harze seit über zehn Jahren ein. Wir haben in diesen Jahren eng mit Safrans Forschung & Entwicklung zusammengearbeitet. Mehrere Kooperationen für flüssige Gießharze, Prepregs (vorimprägnierte Fasern), Klebstoffe und rechnergestützte Modellierung sind auf den Weg gebracht worden, um das Produktangebot beider Unternehmen weiter auszubauen“, so Jonathan Meegan, leitender Wissenschaftler bei Solvay.

Auch auf operativer und Beschaffungs-Seite war eine enge Zusammenarbeit nötig, um sicherzugehen, dass wir die von Safran benötigten Mengen auch liefern können“, sagt Etienne Collart,  Aerospace Account Manager der Solvay-GBU Composite Materials. „Schon im Vorfeld haben wir die erforderlichen Investitionen für die Programmanforderungen getätigt. Weitere Investitionen folgen, damit sichergestellt ist, dass wir unsere neueste Verfahrenstechnik optimal nutzen und Risiken eindämmen.

 

Die vielen Vorteile von Verbundwerkstoffen

LEAP-Triebwerke sind bereits auf dem Markt – unterschiedliche Design-Varianten treiben den COMAC C919 (2017), den Airbus A320 (2016) und die Boeing 737MAX (2017) an. Triebwerkhersteller verwenden Verbundwerkstoffe unter anderem für Turbinenschaufeln, Gehäuse, Plattformen und Abstandshalter und können so im Vergleich zu Bauteilen aus anderen Materialien erheblich Gewicht einsparen. Das wiederum senkt u. a. Treibstoffverbrauch und Triebwerkemissionen und macht die LEAP-Triebwerke für Flugzeugbauer attraktiv.

Safran bringt neue Triebwerkentwicklungen auf den Markt und Solvay ist stolz, ein Teil dieses Prozesses zu sein und dazu beizutragen, dass sich die Verbundwerkstoff-Branche weiterentwickelt und zu einer saubereren Zukunft  für alle beisteuert“, sagt Jonathan. 

Quote-Etienne-Collart-DE

 

Auf lange Sicht am Markt

test-bench-of-leap

LEAP-1B auf dem Prüfstand, Copyright: Béa Uhart / CAPA Pictures / Safran 

Verbundwerkstoffe wurden auch in der Vergangenheit schon für Flugzeugtriebwerke eingesetzt“, sagt Etienne, „aber nicht in dieser Größenordnung. Die hohe Nachfrage nach dem LEAP-Triebwerk treibt den Markt dazu an, automatisierte Fertigungs-Lösungen mit Verbundwerkstoffen umsetzen, und das verändert das Spiel grundlegend. Für einen Anbieter wie Solvay, der auf diesem Markt traditionell führend ist, ist das von erheblicher Bedeutung.“

Safran arbeitet seit 2000 an dieser Technologie“, ergänzt Etienne. „Bis eine Triebwerkstechnik ausgereift ist, vergeht viel Zeit, und niemand kann es sich leisten, in diesen Markt zu spät einzusteigen. Diese Triebwerke wird es jedoch mindestens in den nächsten 30 Jahren geben.“