Sulfon-Polymere für eine wirksamere Hämodialyse

Bei der Hämodialyse spielen Membranen aus Sulfon-Polymeren eine entscheidende Rolle. Solvay hat für diese Technologie eine umfassende Expertise aufgebaut.
Die Hämodialyse ist ein medizinisches Verfahren, das bei Nierenversagen zum Einsatz kommt. Können die Nieren eines Patienten schädliche Stoffe nicht mehr filtern und ausscheiden, kann eine Maschine diesen Vorgang übernehmen und im Blut angesammeltes Körperwasser und Giftstoffe mithilfe einer Dialyse-Membran herausfiltern. Die Membran besteht aus rund 10.000 Hohlfasern mit mikroskopisch kleinen Poren, über die Giftstoffe und überschüssiges Körperwasser ausgeschleust werden.

Der Bedarf für eine Hämodialyse nimmt weltweit zu. Gründe dafür sind eine alternde Bevölkerung, Adipositas als Risikofaktor für Nierenversagen und ein besserer Zugang zu ärztlicher Versorgung, insbesondere in Asien, wo es schätzungsweise eine große Zahl unbehandelter Patienten gibt. Doch glücklicherweise hat sich auch die Wirksamkeit des Hämodialyse-Verfahrens erhöht. 

Bis in die 1980er Jahre bestanden die Membranen zur Blutfilterung aus Celluloseacetat, einem Material, das unerwünschte Nebenwirkungen auslöste. In Zusammenarbeit mit einem Hämodialyse-Gerätehersteller hat Solvay mit Udel® PSU ein spezielles Polysulfon-Polymer entwickelt und so diese Probleme behoben.

Kunststoffe als biokompatible Werkstoffe

Udel®, eine hochreine und leistungsstarke Sulfonpolymer-Qualität, ist vor allem wegen ihrer Biokompatibilität hervorragend geeignet. Der Kontakt des Patientenbluts mit der Membran vor Rückführung des Blutes in die Arterien ist völlig risikolos für den Patienten – und das schon seit über 25 Jahren. Die Biokompatibilität vieler Polymere ist somit ein Hauptargument für den Einsatz dieser Polymere in mehreren anderen Gesundheitsanwendungen, in denen Solvay-Produkte ebenfalls eingesetzt werden, wie beispielsweise in medizinischen Langzeit-Implantaten

Dasselbe gilt für ein weiteres Hauptprodukt für die Hämodialyse: Natriumbicarbonat in pharmazeutischer Qualität. Das Produkt ist nicht nur biokompatibel, sondern auch gesundheitlich völlig unbedenklich. Des Weiteren haben wir Veradel® PESU entwickelt, ein Polyethersulfon-Polymer, das ebenfalls zur Herstellung von Hämodialyse-Membranen eingesetzt wird.

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Optimierung des Hämodialyse-Verfahrens

Als innovativer Anbieter von Hämodialyse-Membranen unterstützt Solvay die Medizintechnik-Branche (dasselbe gilt auch für viele andere Gesundheitsanwendungen), mit der rasch wachsenden Zahl behandlungsbedürftiger Menschen Schritt zu halten. „Es werden schätzungsweise drei Millionen Menschen weltweit mithilfe unserer Hämodialyse-Membranen behandelt”, sagt Jeff Hrivnak, Business Development Manager for Healthcare in der Solvay-GBU Specialty Polymers. „Da die Zahl der behandelten Patienten jedoch jährlich um sechs bis acht Prozent wächst, gibt es für uns immer noch viele Möglichkeiten, Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen.“

Zusätzlich sind weitere Verbesserungen immer möglich. Wir arbeiten Hand in Hand mit Herstellern von Hämodialyse-Membranen, um den Patienten die Behandlung angenehmer zu machen. „Wir arbeiten an Werkstofflösungen, die die Hämokompatibilität verbessern und die Thromboseneigung mindern“, so Hrivnak. Das könnte die mit dem Verfahren verbundenen Komplikationen verringern und das Behandlungsergebnis verbessern.

Bessere Membranen für eine bessere Hämodialyse: Kunststoffe mit optimierten Eigenschaften können in der Tat die Lebensqualität von Millionen Menschen verbessern.