Seit über zehn Jahren werden Teile elektronischer Geräte aller Art aus Polyamiden der Kalix-Produktreihe gefertigt. Mit der neuen Kalix 1000-Serie hat Solvay jetzt einen neuen, zu 100 Prozent biobasierten Werkstoff auf den Markt gebracht, in dem Erdöl durch Pflanzenöl ersetzt wird.

Kalix®-Hochleistungspolyamide (HPPAs) ersetzen Standardkunststoffe in Strukturbauteilen von Elektronikgeräten wie Abdeckungen und Gehäuse. Die Verbundwerkstoffe enthalten mit Füllstoffen und Additiven kombinierte Polymere, zeichnen sich gegenüber herkömmlichen Polycarbonaten durch außerordentliche Festigkeit und Steifigkeit sowie höhere Beständigkeit gegenüber Chemikalien aus und sind daher sehr gefragt.

Verglichen mit anderen Kunststoffen lässt sich dieser Verbundwerkstoff zudem leichter verarbeiten, weil für die Verarbeitung etwas niedrigere Temperaturen ausreichen und das Fließverhalten des Werkstoffs beim Spritzgießen dank einer speziellen Rezeptur besser überwacht werden kann. So lassen sich flache, aber dennoch robuste Strukturteile für elektronische Geräte einfacher fertigen. „Das war der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Kalix®“, sagt Produktmanager Thomas Kohnert. „Später haben wir das Produktportfolio weiter verändert und erweitert.“

 

Verbraucheranforderungen erfüllen

Eine spezielle, teilweise biobasierte Kalix-Produktserie - Kalix 2000 – gibt es schon seit 2013. Mit Kalix 1000 aber ist jetzt eine neue Serie auf dem Markt, die zu 100 Prozent aus einem natürlichen und nachhaltigen Rohstoff hergestellt wird: Rizinusöl.

Hintergrund dieser Entwicklung ist der zunehmende Druck von Verbrauchern auf Gerätehersteller, nachhaltigere Lösungen zu entwickeln. Diese wiederum wandten sich an Solvay. „Wir erhielten Anfragen für ein Polyamid-basiertes Produkt, das aus nachhaltigen Rohstoffen bestehen sollte“, so Krohner. „Jetzt ist das Produkt da, und diese viel umweltgerechtere Lösung wird sich aller Voraussicht nach am Markt behaupten. „Die biobasierte Produktserie wird wahrscheinlich in Zukunft der Kalix-Renner sein. Die Entwicklung war sehr aufwändig und es gab viele Hürden. Beispielsweise musste die Lieferkette aufgebaut und die neuen Produkte mussten auf die Kundenanforderungen zugeschnitten werden. Aber die Nachfrage am Markt war so hoch, dass wir das angehen mussten.“

Kalix-Zitat-Thomas-Kohnert

 

Robust genug für Krankenhäuser

Inzwischen erobert die Kalix-Produktreihe weitere Märkte. 2017 kam Kalix 5950 für medizintechnische Geräte auf den Markt. „Im Gesundheitssektor wird immer mehr Elektronik eingesetzt. Deshalb war es sinnvoll, einen Werkstoff aus der Unterhaltungselektronik auf den Gesundheitssektor zu übertragen“, sagt Jeff Hrivnak, Jeff Hrivnak, Healthcare Global Business Manager der Solvay-GBU Specialty Polymers. „Krankenhäuser müssen ihre Geräte mehrmals täglich gründlich reinigen, um Krankenhausinfektionen entgegenzuwirken. Daher suchen sie nach Materialien, die gegenüber aggressiven Desinfektionsmitteln beständig sind. Aktuell eingesetzte Werkstoffe wie Polycarbonate müssen erst weiterentwickelt werden, und hier kommt Kalix ins Spiel.“

Der Erfolg war durchschlagend: Alle großen Medizintechnik-Hersteller bekundeten Interesse an diesem hochbeständigen und zudem noch preisgünstigen und mit den vorhandenen Geräten kompatiblen Werkstoff. „Das ist eine große neue Chance, die Märkte für diese Produktreihe zu diversifizieren“, so Kohner. „Wir wollten bei Polymeren von Standardanwendungen zur Medizintechnik aufschließen.“

Zurzeit wird die biobasierte Produktserie hier jedoch noch nicht eingesetzt, könnte aber in der Zukunft einen Wertbeitrag leisten“,  sagt Anna Maria Bertasa, Healthcare Global Market Manager der GBU Specialty Polymers. Dies umso mehr, da Kalix immer häufiger im Gesundheitssektor eingesetzt wird. „Begonnen haben wir bei elektronischen Geräten im Gesundheitssektor. Mittlerweile erstrecken sich die Anwendungen grundsätzlich auf alle keimfrei zu machenden Oberflächen. Die Erwartungen des Marktes an diesen modernen Werkstoff sind hoch.“

Kalix-Infographic