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 Bernburg

 

Wissenswertes über das Werk Bernburg

Geschichte des Werkes Bernburg

1880 beantragte der belgische Erfinder und Industrielle Ernest Solvay eine Konzession für eine Sodafabrik in Bernburg. Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges vereinigte Solvay 82 Prozent der deutschen Soda-Produktion auf sich; einen beträchtlichen Anteil daran hatte der Standort Bernburg.

1939 wurde das Werk unter NS-Aufsicht gestellt und ein Jahr später unter NS-Zwangsverwaltung. Nach Ende des Krieges wurde die Sodaproduktion 1952 als „Volkseigener Betrieb“ (VEB) der DDR wieder aufgenommen.

1991 schließlich wurde das Werk Bernburg wieder in die Solvay-Gruppe eingegliedert. Seitdem ist der Standort mit einem Investitionsvolumen von bislang rund 600 Millionen Euro umfassend modernisiert und erweitert worden. Solvay zählt damit in Sachsen-Anhalt zu den größten Investoren der Chemie-Industrie.

Soda, Bicarbonat und Wasserstoffperoxid
Die Solvay Chemicals GmbH stellt in Bernburg Soda, Natriumbicarbonat und Wasserstoffperoxid her. Die Soda-Produktion hat eine Kapazität von etwa 600.000 Tonnen pro Jahr. Soda ist vor allem für die Glasindustrie einer der wichtigsten Rohstoffe. Für ein Kilo Glas werden rund 250 Gramm Soda eingesetzt. Darüber hinaus wird Soda in der Metall verarbeitenden Industrie und bei der Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln benötigt.

Natriumbicarbonat (BICAR®) trägt insbesondere im von Solvay entwickelten Rauchgasreinigungsverfahren NEUTREC® maßgeblich zum Umweltschutz bei. Weitere Einsatzfelder: Lebensmittelindustrie, Tierernährung, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Feuerlöschmittel. Darüber hinaus werden BICAR®-Spezialitäten in pharmazeutischen und medizinischen Anwendungen wie der Hämodialyse eingesetzt. Seit 2006 kann Solvay in Bernburg 100.000 Jahrestonnen BICAR® produzieren.

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist beispielsweise Grundlage für die Persalzproduktion. Mit einer hochreinen H2O2-Qualität wird unter anderem die Halbleiterindustrie beliefert, die das Produkt bei der Herstellung von Computer-Chips einsetzt. Solvay Chemicals wurde von verschiedenen Kunden aus der Chipbranche als bester Lieferant ausgezeichnet. Weitere Abnehmer sind die Papier- und Zellstoffindustrie sowie Wasch- und Reinigungsmittelhersteller. Die Kapazität der Anlage in Bernburg beläuft sich auf insgesamt rund 70.000 Tonnen pro Jahr.

Industriepark Solvay Bernburg
Das Solvay-Gelände in Bernburg dient auch als Industriepark. Ansiedlungswillige Unternehmen können dabei die vorhandene Infrastruktur (Energieversorgung, Wassernetz, Transporteinrichtungen etc.) nutzen. Die zugehörigen Dienstleistungen werden von der Solvay Chemicals GmbH angeboten. Zu den angesiedelten Unternehmen gehört beispielsweise die envia Mitteldeutsche Energie AG mit einem Umspannwerk und das mehrheitlich von der Tönsmeier-Gruppe betriebene Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk.

Darüber hinaus sind rund zehn Dienstleistungsfirmen auf dem Gelände ansässig, deren Angebote von Reinigungsarbeiten über Bauplanung bis zur Fertigung und Montage komplexer Rohrleitungssysteme reichen. Auf einer Gesamtfläche von rund 43 Hektar arbeiten im Industriepark rund 500 Menschen.

Broschüre Industriepark Solvay Bernburg 

Industrial Park Solvay Bernburg English Version 


 

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