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 Bernburg

 

Gewinnung von Ersatzbrennstoffen

Interview mit Heiko Schlotte
– Schichtleiter der Tönsmeier- Gruppe
in Oppin (Sachsen-Anhalt)

 

 

 

Herr Schlotte, hier in diesem Sortierbetrieb werden Ersatzbrennstoffe gewonnen. Was genau geschieht dabei?
Ausgangsmaterial für die Ersatzbrennstoffe sind Gewerbeabfälle, Sperrmüll, aber auch geeignete Baumischabfälle, die aus der Region angeliefert werden. Nach einer Eingangskontrolle – die dokumentiert wird – entfernen wir die Teile, die offensichtlich nicht für eine Verbrennung im Heizkraftwerk geeignet sind. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Kunststoffe, Autobatterien oder alte Kanonenöfen. Alle brauchbaren Bestandteile werden zerkleinert und durchlaufen einen automatischen Prozess, bei dem ein weiteres Mal Wertstoffe und Störstoffe aussortiert werden.

Was sind „brauchbare Bestandteile“ und was geschieht mit den aussortierten Materialien?
Brauchbare Bestandteile sind in der Regel Dinge, die jeder aus dem täglichen Leben kennt:
Altkleider und Textilien, alte Pappen und Papier, ein Nachtschränkchen oder Omas altes Sofa. Zu den Materialien, die aussortiert werden, gehören Schrott, Metalle, Kunststoffe und Folien: Sie werden als Sekundärrohstoffe recycelt. Alle anderen Abfälle mit geringem Heizwert werden in einer geeigneten Müllverbrennungsanlage in Leuna verbrannt.

Wie gelangen die gewonnenen Ersatzbrennstoffe von Oppin aus in die Heizkraftwerke? Hinter der Sortierhalle lagert eine große Menge weißer Ballen...
Normalerweise wird das Material auf moderne Walking-Floor-Lkw verladen und direkt in die Vorratsbunker der Heizkraftwerke geliefert. Derzeit ist es allerdings so, dass die Verbrennungskapazitäten für Ersatzbrennstoffe in Sachsen- Anhalt nicht ausreichen. Die verpackte Ware – über 5.000 Ballen – kann momentan in der Region nicht genutzt werden.

Das geplante Heizkraftwerk in Bernburg schafft da Abhilfe?
Auf jeden Fall. Der Bau sichert eine umweltverträgliche Nutzung der Abfälle und macht Transporte ins Ausland überflüssig. Außerdem schafft und sichert das Projekt Arbeitsplätze. Nicht nur bei Solvay in Bernburg – sondern auch in Oppin und den umliegenden Ortschaften.

 


  

  

 

 


  

  

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