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 Bernburg

 

EU bangt um Energie aus Russland

Der weltweit steigende Energieverbrauch und die wachsende Nachfrage in den boomenden Volkswirtschaften Asiens treibt die Energiepreise auf dem Weltmarkt in die Höhe. Auch Deutschland kann sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln, da es über 80 Prozent des Ergases importiert. Von dieser Abhängigkeit ist auch der Solvay-Standort Bernburg betroffen. „Bisher nutzen wir in Bernburg ausschließlich Erdgas“, erläutert Werkleiter Gerhard Eder. Berichte in der Wirtschaftspresse („EU bangt um Energie aus Russland“ aus dem Handelsblatt vom 12. September 2006) bestätigen schon häufig geäußerte Befürchtungen: Danach plant Russland, in den nächsten zehn bis 15 Jahren 30 Prozent seiner Öl- und Gasproduktion nach Asien zu exportieren. Die Europäische Kommission bangt, ob Russland seine zugesagten Lieferverpflichtungen einhalten kann. „Die Russen verkaufen viel mehr Energie, als sie fördern können“, wird ein hochrangiger EU-Diplomat zitiert. Werkleiter Eder: „Dieser Artikel zeigt, wie riskant die Abhängigkeit von nur einem Energieträger ist.“

Wirtschaftlich und klimafreundlich

Mit dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen im geplanten Heizkraftwerk steht zukünftig für den Energiebedarf in Bernburg ein solider Mix von Energieträgern zur Verfügung. „Energiekosten sind ein Schlüsselfaktor für unsere Produktion und damit für die Konkurrenzfähigkeit unserer Produkte auf dem Weltmarkt“, erklärt Solvay-Werkleiter Gerhard Eder. Die weltweit wachsende Nachfrage nach Energie – vor allem der boomenden Volkswirtschaften in China und Indien – hat zu einem dramatischen Preisanstieg für Erdgas geführt. Dieser Preisanstieg belastet die Produktionskosten des Solvay-Werkes erheblich: Denn für die Herstellung von einer Tonne Soda werden mehr als drei Tonnen Dampf gebraucht. „Im Vergleich zur Preissituation vor zwei Jahren haben sich die Kosten für die Herstellung von Dampf mehr als verdoppelt“, so Eder. Durch den Bau des Ersatzbrennstoff-Kraftwerks ist Solvay von der Entwicklung der Energiepreise deutlich unabhängiger.


In 30 Meter langen Drehrohröfen wird Rohbicarbonat
mit 200 °C heißem Dampf thermisch in Soda umgewandelt.

„Zudem verbessert der Einsatz von Ersatzbrennstoffen die deutsche Klimabilanz“, ergänzt Dr. Jürgen Balg, Geschäftsführer von Tönsmeier. „Nicht nur, dass bei der Verwertung von Ersatzbrennstoffen die enthaltene Energie nutzbar gemacht werden kann – anstatt auf der Deponie verschwendet zu werden: Ersatzbrennstoffe setzen bei der Verbrennung nur einen Bruchteil der schädlichen Klimagase frei, die auf Deponien aus der gleichen Menge an Abfall entweichen würden. Sie sind also nicht nur wirtschaftlich die bessere Alternative zu fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle oder Erdgas, sondern schützen auch noch das Klima und sparen endliche natürliche Rohstoffe“, erklärt Dr. Balg.

 


  

  

 

 


  

  

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