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EBS-Heizkraftwerk:
Die beste aller Möglichkeiten
Die Entscheidung, ein Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk zu bauen, stand nicht von vornherein fest. Bevor Solvay und Tönsmeier sich für diese Möglichkeit entschieden, wurden zahlreiche Alternativen geprüft. Besonders intensiv wurde in diesem Zusammenhang der Einsatz erneuerbarer Energien diskutiert, da Solvay von jeher auf eine nachhaltige Entwicklung setzt und dies gut zur Unternehmensphilosophie gepasst hätte. Doch die erforderlichen Voraussetzungen sind nicht gegeben. So hat Solvay in Bernburg einen sehr hohen Dampfbedarf. Dieser Dampf muss zuverlässig geliefert werden und wird in verschiedenen Druckstufen benötigt. Die neue Anlage produziert Dampf mit Drücken zwischen 14 und 40 bar. Ihre Leistung entspricht 10.000 in Einfamilienhäusern installierten Heizungsanlagen.
Die Nutzung von Photovoltaik und Windkraft scheidet aus, da diese Technologien ausschließlich elektrische Energie und keinen Dampf erzeugen – zudem ist die Stromerzeugung aus diesen Trägern stark wetterabhängig.

Keine Alternative: Windkraft liefert zu wenig, zu unzuverlässig und die falsche Energie. Solvay braucht auch bei Flaute Strom und Dampf. Das Heizkraftwerk soll insgesamt 200 Megawatt thermische Leistung liefern. Selbst wenn es wirtschaftliche Lösungen für windstille Tage gäbe, bräuchte man gigantische Windparks. So produzieren beispielsweise die im kompletten Jahr 2005 in ganz Nordrhein-Westfalen gebauten 118 Windkraftanlagen nur 173 Megawatt.
Biomasse-Kraftwerke könnten zwar wetterunabhängig Energie liefern, Solvay benötigt für die Produktion in Bernburg jedoch eine thermische Leistung von 165 Megawatt. Die dafür nötige Menge an Biomasse ist in der Region nicht zu konkurrenzfähigen Preisen verfügbar. Die Biomasse Holz wird aber durchaus genutzt, da Holzreste aus gewerblichem und kommunalem Abfall ein Bestandteil der eingesetzten Ersatzbrennstoffe sind.
Auch Erdwärme eignet sich lediglich zum Heizen von Wasser in Einfamilienhäusern. Temperaturen von 400 Grad und ein Dampfdruck bis zu 40 bar lassen sich mit dieser Energieform in Deutschland nicht wirtschaftlich erzeugen.
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