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Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW):
Sole der SGW hält Krankenhaus-Notfallaufnahme eisfrei
„Dank der Sole von der SGW konnten wir die Auffahrten – untere anderem die zur Notfallaufnahme – trotz der Streusalzknappheit in diesen Wochen eisfrei halten“, so Gärtnermeister Michael Brüggelambert, der für den Streudienst am Gronauer St. Antonius-Krankenhauses verantwortlich ist. Neben dem Gronauer Krankenhaus unterstützt die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen GmbH (SGW) auch die Städte Gronau und Ahaus mit Sole für den Winterdienst, da den Kommunen in diesen Wochen das Streusalz knapp geworden ist. „Weil man sich unter Nachbarn aushilft“, so Martin Hart, Betriebsleiter der SGW, „stellen wir die Sole, die wir aus der Salzlagerstätte unter Epe und Ahaus gewinnen, für den Probeeinsatz erst einmal kostenlos zur Verfügung.“
Während skandinavische Länder wie Finnland schon seit längerem Sole zur Enteisung verwenden, ist der Einsatz in Deutschland bislang nicht verbreitet, wird aber von der Bundesanstalt für Straßenwesen getestet. „Bei einem Test der Autobahnmeisterei Oder-Spree zeigte sich vor einigen Wochen, dass der Einsatz einer Sole-Lösung mit weniger Salz pro Quadratmeter auskommt, als Streusalz – das kommt der Umwelt zu Gute“, berichtet Hart. Ein weiterer Vorteil sei die reduzierte Staubbelastung: Während im Steinsalz rund ein halbes Prozent unlösliche Bestandteile enthalten sind, die beim Abtrocknen der Straßen verwirbelt werden können, ist die Sole frei davon. Beim Aussolungsprozess, also dem Spülen der Salzlagerstätte mit Wasser, bleiben diese unlöslichen Bestandteile des Steinsalzes im Spülraum – also in der Kaverne.
Nach ersten Tests in Gronau zeigt sich Markus Schulte, Leiter der Zentralen Bau- und Umweltdienste (ZBU) der Stadt Gronau, zufrieden: „Sole ist eine gute Alternative zum Streusalz. Ein Problem stellten anfangs geeignete Sprühfahrzeuge dar, denn bislang wurde in Gronau nur trockenes Salz gestreut. Doch teure Investitionen in Neuanschaffungen sind nicht nötig, weil Schulte zum einen ein externes Unternehmen beauftragt hat, und zum anderen drei eigene Fahrzeuge umrüsten ließ, so dass auch kleinere Strassen und Radwege besprüht werden können.
Mit Spannung wartet SGW-Betriebsleiter Hart jetzt auf weitere Testergebnisse aus anderen deutschen Städten und Gemeinden: „Wenn sich Sole als Taumittel für vereiste Straßen etabliert, kommt das nicht nur der Umwelt zu Gute. Die Städte und Kommunen könnten auf die Engpässe bei der Streusalzverfügbarkeit besser reagieren und gleichzeitig Lagerkosten für Salzeinlagerung reduzieren.“
Solegewinnung der SGW:
Die SGW gewinnt Sole aus der Salzlagerstätte, die sich in 1.000 bis 1.400 Metern Tiefe unter Gronau und Ahaus erstreckt und hier rund 200 bis 400 dick ist. Zur Salzförderung wird Wasser durch sternförmig angelegte Bohrlöcher in die Salzschicht gespült. Die dabei entstehende Sole ist eine Kochsalzlösung, die pro Liter rund 320 Gramm Salz enthält. Die Sole fließt durch Rohrleitungen in Richtung Niederrhein zu Chemie-Standorten, an denen über 13.000 Menschen arbeiten. So erhalten beispielsweise der Industriepark Marl oder die Solvay-Werke in Rheinberg und Jemeppe den unverzichtbaren Rohstoff Salz. Jährlich gewinnt die SGW über zwei Millionen Tonnen Kochsalz in Gronau-Epe.
Weitere Infos zur Salzförderung zwischen Ahaus und Epe:
www.salzgewinnungsgesellschaft.de
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