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Neues Verfahren reduziert Flächenverbrauch weiter:
Erstmals sieben Bohrungen von einem einzigen Platz
Gronau-Epe / Ahaus, 27. November 2009. Ganze sieben Kavernen erschließt die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) erstmals von einem einzigen Bohrplatz. Heute hat die Erschließungsbohrung für die dritte der sieben Kavernen ihre endgültige Tiefe von 1.537 Metern erreicht.
„In den 70er Jahren bohrte man zunächst senkrecht in die Erde und benötigte so pro Kaverne einen eigenen Platz“, erklärt SGW-Werkleiter Martin Hart. „Um Fläche zu sparen, perfektionieren wir schon seit 15 Jahren das Verfahren zur horizontalen Bohrablenkung. Daher wurden zunächst 2er und 3er Bohrplätze möglich. 2008 konnten wir erstmals fünf Kavernen von einem Platz erschließen. Inzwischen lenken wir die sternförmig angelegten Bohrungen unterirdisch bis zu 300 Meter horizontal ab und können die Zahl auf sieben erhöhen.“ Ermöglicht wird dies durch den Einsatz der so genannten Richtbohrtechnik, die im Gegensatz zum konventionellen Bohrverfahren mit einem Untertagemotor im Bohrstrang und einem Kompass arbeitet. Richtung sowie Neigung der Bohrung sind somit jederzeit abrufbar und können mit dem Untertagemotor bei Bedarf korrigiert werden. Das Verfahren ist zwar teurer, hat aber entscheidende Vorteile für die Natur: Nicht nur für die Bohrplätze wird deutlich weniger Fläche benötigt, auch die Zahl der Rohrleitungen für Frischwasser und Sole lässt sich erheblich verringern.
Lage: Außerhalb des Naturschutzgebietes im Alstätter Brook
Der innovative Bohrplatz liegt im Alstätter Brook und ist der zweite auf Ahauser Gebiet. Mit vorbereitenden Arbeiten war im Winter 2008/2009 begonnen worden. „Während der Brutzeit vom 1. März bis zum 15. Juli haben wir die Bautätigkeit unterbrochen, um unnötige Störungen brütender Vögel zu vermeiden. Wie alle zukünftigen Bohrungen liegt der Platz außerhalb des Naturschutzgebietes“, so Martin Hart. Heute wurde die Erschließung der dritten der insgesamt sieben Kavernen abgeschlossen. In den kommenden Tagen wird der Bohrturm abgebaut und abtransportiert. Die Bohrungen für die übrigen vier Kavernen sollen im Jahre 2011 nach der Brutzeit beginnen. Die vorgefundene Salzschicht hat eine Mächtigkeit von bis zu 400 Metern. In den kommenden 10 Jahren sollen die Kavernen täglich jeweils 1.000 Kubikmeter Sole liefern.
Ausgleichsmaßnahmen zum Schutz des Moores
Wie bei allen Bohrungen realisiert die SGW auch bei dieser so genannte Ausgleichsmaßnahmen zum Naturschutz. „In Gesprächen mit den zuständigen Umweltbehörden sowie mit der Biologischen Station hat sich ergeben, dass das Torfmoor im Amtsvenn durch gülle- und düngerhaltiges Grundwasser beeinträchtigt wird“, so Georg Hengst, Leiter Genehmigungen / Umweltschutz. Um das Moor vor dieser schädlichen Überdüngung zu schützen, schafft die SGW gemeinsam mit den Gasversorgern nach und nach einen Schutzgürtel aus extensiv bewirtschafteten Flächen. „Unser Ziel ist es seit jeher, Naturschutz und Salzförderung in Einklang zu bringen“, sagt Hengst. „Wir freuen uns daher besonders über die seit Jahren stetig wachsende Zahl überwinternder Graugänse und über einen zunehmenden Artenreichtum im Amtsvenn.“
Weitere Infos zur Salzförderung zwischen Ahaus und Epe:
www.salzgewinnungsgesellschaft.de
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