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Solvay und Tönsmeier: Öffentliche Erörterung zu Heizkraftwerk
Fragen zum Genehmigungsantrag des Heizkraftwerks öffentlich diskutiert
Bernburg, 11. September 2007. Den Antrag zur Genehmigung des Heizkraftwerks haben heute Vertreter einer Einwenderin, der Behörden sowie von Solvay und Tönsmeier öffentlich diskutiert. Nach öffentlicher Auslage der Antragsunterlagen hatte eine Bürgerin Einwendungen erhoben. Die Erörterung von Einwendungen ist ein wesentlicher Teil von Genehmigungsverfahren. Sie bietet Einwendern wie Antragstellern die Gelegenheit, zu kontroversen Aspekten Stellung zu nehmen. Kernpunkte der Diskussion im Kurhaus waren unter anderem die Notwendigkeit des neuen Kraftwerks zur Energieversorgung des Solvay-Werks, die Umweltverträglichkeit und der zusätzliche LKW-Verkehr. Zu Beginn unterstrich der Vertreter der Einwenderin seine grundsätzlichen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der heutigen Erörterung. Dieser Punkt war jedoch nicht Gegenstand der Erörterung, die auf Grundlage der vorliegenden schriftlichen Einwendungen geführt wurde. Die Fragen der Bürgerinnen und Bürger, die zu der etwa zweistündigen Diskussion erschienen waren, wurden ausführlich beantwortet.
Ziel: Sichere Energieversorgung für Solvay-Werk
Werkleiter Gerhard Eder betonte erneut die Bedeutung des Vorhabens für die Zukunft des Solvay-Werks: „Derzeit nutzen wir ausschließlich Gas zur Erzeugung von Dampf und Strom für die Soda-Fabrik. Rasant steigende Gaspreise und auch die Erfahrungen vom Winter 2004/2005, als zeitweise ein Stopp der russischen Gaslieferungen drohte, unterstreichen die Notwendigkeit für einen zweiten Energieträger.“ Energiekosten sind ein Schlüsselfaktor für Produktpreise und damit für die Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt. „Unser Ziel ist es, unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Ersatzbrennstoffe sind nach Einschätzung von Solvay und Tönsmeier ein Nebenprodukt unserer Volkswirtschaft und als regionaler Energieträger langfristig gesichert.“
Mehrstufige und effektive Rauchgasreinigung
„Im Mittelpunkt der Umweltverträglichkeitsprüfung steht der Mensch. Der Schutz von Umwelt und Gesundheit sind dabei die höchsten Güter“, erläuterte Planer Volker Grotefeld. „Daher haben wir uns bei der Anlagen-Konzeption für eine mehrstufige Rauchgasreinigung entschieden, die dem Stand der Technik entspricht, nachgewiesen zuverlässig arbeitet und sicher stellt, dass die gesetzlichen Vorgaben garantiert eingehalten werden.“ Zur lückenlosen Kontrolle werden die Abgaswerte mit der so genannten Emissions-Fernüberwachung (EFÜ) direkt an die zuständige Aufsichtsbehörde übertragen. „Alle Berechnungen zeigen, dass das Vorhaben unbedenklich und umweltverträglich ist“, bilanzierte Grotefeld.
LKW-Verkehr innerhalb von Bernburg
Die Bedenken hinsichtlich des zusätzlichen LKW-Verkehrs wurden ebenfalls ausführlich diskutiert. Die für das geplante EBS-Heizkraftwerk benötigten Ersatzbrennstoffe sollen das Werkgelände über die Köthensche Straße erreichen. Nach heutigem Stand werden es höchstens 140 An- und 140 Abfahrten täglich sein. „Das schließt die Anlieferung von Betriebsmitteln für die Rauchgasreinigung ebenso mit ein wie den Abtransport von Schlacken“, erklärte Planer Grotefeld.
2001 zählte das Planungsamt auf der Köthenschen Straße 9.200 Fahrzeuge pro Tag, davon 21 Prozent LKW. Zurzeit gehen Solvay und Tönsmeier davon aus, dass die Eröffnung der B6n mit dem Betriebsstart des EBS-Heizkraftwerkes in etwa übereinstimmt. Das Verkehrsaufkommen innerhalb Bernburgs wird dann gegenüber der heutigen Situation etwa gleich bleiben.
Fazit und Projektverlauf
Tenor des abschließenden Fazits: „Es war eine sehr sachliche Diskussion, die alle wesentlichen Aspekte des geplanten Kraftwerks berücksichtigte.“ Solvay und Tönsmeier gehen davon aus, dass Anfang Januar 2008 die Genehmigung und im ersten Quartal 2008 der erste Spatenstich folgen. Auch weiterhin suchen beide Unternehmen einen offenen Dialog und informieren schon heute ausführlich im Internet unter www.heizkraftwerk-bernburg.de
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