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Solvay und Tönsmeier haben Bescheid erhalten.
Grünes Licht für Bau des Heizkraftwerks in Bernburg
Bernburg, März 2008. Solvay und Tönsmeier haben Ende Februar den Genehmigungsbescheid für den Bau des Ersatzbrennstoff-Kraftwerks in Bernburg erhalten. "In dem 115 Seiten starken Bescheid macht das Landesverwaltungsamt auch strikte Auflagen zum Schutz von Gesundheit und Umwelt", kommentierte Solvay-Werkleiter Dr. Thomas Müller. „Diese Auflagen machen zahlreiche ohnehin schon geplante Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Qualitätskontrolle zur Verpflichtung. Natürlich werden wir sie konsequent befolgen, auch wenn Ihre Umsetzung aufwändig und damit teuer sein wird."
Umfassende Eingangskontrolle des Ersatzbrennstoffs
Zusätzlich zu den Kontrollen bei Tönsmeier und den zertifizierten EBS-Lieferanten schreibt die Genehmigungsbehörde beispielweise den Aufbau eines eigenen Systems zur Kontrolle des eingehenden Brennstoffs verbindlich vor und fordert explizit analytische Untersuchungen.Die Kontrollmaßnahmen werden unter anderem sicher stellen, dass
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nur zugelassenes Material verfeuert wird,
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die abfallrechtlichen Nachweise einwandfrei sind,
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alle wichtigen Daten wie z.B. Menge, Lieferant, Materialart dokumentiert werden,
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die jeweils angelieferte Menge durch Wiegen überprüft wird,
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die Identität der Lieferung kontrolliert wird, z.B. durch Abkippen auf einer Kontrollfläche und näherer Untersuchung,
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unzulässiges Material zurückgewiesen wird,
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Rückstellproben entnommen werden, um auch im Nachhinein Untersuchungen anstellen zu können.
Dauerhafte Überwachung der Abluft
Zur kontinuierlichen Überwachung der Abluft und Aufzeichnung der Messwerte soll die Anlage mit einem so genannten „Emissionsdatenfernüberwachungssystem“ (EFÜ) ausgerüstet werden. Dieses behördlich geprüfte und verplompte Messsystem übermittelt die erfassten Daten direkt zum kontrollierenden Landesverwaltungsamt. Zusätzlich müssen Messplätze für Einzelmessungen eingerichtet werden. „Der Bescheid macht ganz klar deutlich, dass das Landesverwaltungsamt und die Umweltbehörden uns auch im späteren Betrieb streng kontrollieren werden und gegebenenfalls einschreiten“, so Tönsmeier-Vertreter Uhlemann. „Doch soweit wird es nicht kommen. Wir sorgen schon aus eigenem Interesse für einen einwandfreien Betrieb des Kraftwerks und für eine unverändert gute Lebensqualität in Bernburg.“
Ausführliche Umweltverträglichkeitsprüfung
„Sehr viel Mühe hat sich die Behörde mit der ausführlichen Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht“, ergänzt Dr. Müller. Im Vordergrund der Betrachtung stehen Mensch und Luft. Aber auch Naturschutzflächen wie zum Beispiel das FFH-Gebiet Nienburger Auwaldmosaik oder der Dröbelscher Busch wurden berücksichtigt. Ergebnis: Errichtung und Betrieb des Heizkraftwerks sind umweltverträglich.
Der Bescheid geht auch auf alle Einwendungen im öffentlichen Verfahren ausführlich ein. Dabei werden u.a. Verwendungszweck und Dimensionierung der Anlage beschrieben: Die Größe des Heizkraftwerks ist auf den Energiebedarf von Solvay abgestimmt und bestimmt die benötigte Brennstoffmenge. Die Umweltauswirkungen wurden bei dem maximal technisch möglichen Durchsatz von 552.000 Tonnen pro Jahr untersucht. Bei dem vorgesehenen, mittleren Brennstoff-Heizwert von 15.000 kJ/kg ergäbe sich aber ein geringerer Jahresdurchsatz von rund 400.000 Tonnen pro Jahr. In ihren ausführlichen Untersuchungen kommt die Behörde zu dem Schluss, dass sowohl die Einwendungen als auch die Verfahrensrügen des Einwenders unbegründet sind.
Baubeginn im April
Mit Erteilung des Genehmigungsbescheids haben Solvay und Tönsmeier grünes Licht für den Baubeginn. „Wir sind fest überzeugt, dass alle Beteiligten sorgfältig gearbeitet haben und sehen einer möglichen Klage des Einwenders sehr gelassen entgegen“, unterstrich Dr. Müller. „Wir werden daher noch im April mit den Bauarbeiten für das Kraftwerk beginnen. Das ist auch für Bernburg eine gute Nachricht, denn mit dem Bau des Kraftwerks stellen wir die Weichen in Richtung Wachstum. Eine lebendige Stadt braucht Arbeitsplätze und gesunde Unternehmen.“
Entstehen wird das Heizkraftwerk im Industriepark auf dem Werk-Gelände von Solvay in Bernburg. Das Dreieck zwischen Saale und Köthenscher Straße im Osten des Werks wird schon seit dem Sommer als Industriepark erschlossen. Vor
dem Bau von Ver-, Entsorgungsleitungen und Straßen sowie der Begrünung wurde die so genannte Lederhalde beseitigt. Ein früherer, Solvay-fremder Ansiedler hatte hier Kunststoff-und Lederreste deponiert.
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