Natürliche Kohlensäure – für Mineralwasser, Thermen und Carbonate

Kohlensäure-Quellen in Bad Hönningen und Bad Breisig liefern nicht nur Mineralwasser für Getränke und Thermalwasser für Thermen, sondern auch Kohlendioxid für Barium- und Strontiumcarbonat

  Bad Hönningen Luftaufnahme Click to enlarge
Die natürlichen Vorkommen veranlassten 1890 den Neuwieder Chemiker Walther Feld, das heutige Solvay-Werk in Bad Hönningen zu gründen.

Solvay gewinnt das benötigte Kohlendioxid heute aus fünf Thermalquellen: der Deutschlandquelle und der Hönninger Quelle in Bad Hönningen sowie der Marien-, Geyrund Ludgerusquelle in Bad Breisig. 

An den Quellen tritt das Wasser ohne künstliche Krafteinwirkung zu Tage, kann also ganz ohne Pumpen gefördert werden. In einem Verrieselungsturm plätschert das Wasser zunächst über mehrere horizontale Bleche. Dabei entweicht die Kohlensäure als Kohlendioxid (CO2), das per Rohrleitung ins Werk gelangt. Das verbleibende mineralhaltige, warme Thermalwasser versorgt die Thermen in Bad Hönningen und Bad Breisig. Überschüssiges Quellwasser fließt in den Rhein. 

Kohlendioxid und Sicherheit

Kohlendioxid (CO2) ist ein geruchloses, unsichtbares Gas und natürlicher Bestandteil der Luft. In sehr niedrigen Konzentrationen ist es harmlos, jedoch kann es bei hohen Konzentrationen Sauerstoff verdrängen und zum Ersticken führen.

Bei Transport und Handhabung von CO2ist Sicherheit daher oberste Priorität. Im Interesse von Solvay, der Nachbarn und auf Grund behördlicher Vorgaben wird das komplette Leitungssystem nach einem festgelegten Zeitplan kontrolliert. Die Wasserrohre und Kanäle werden dazu mit Kameras überprüft. Die CO2-Rohrleitungen werden regelmäßig durch Druck- und Dichtigkeitsprüfungen kontrolliert. Darüber hinaus werden die Leitungen während des Betriebs mit Druck- und Durchflussmessungen überwacht.

Bad-Hoenningen-Kohlensaeurequellen

Barium- und Strontium carbonat

Kohlendioxid ist ein wichtiger Rohstoff für Strontium- und Bariumcarbonat. Beide Produkte werden überwiegend zur Herstellung von speziellen Glas- und Keramikprodukten verwendet. Im Bereich Bildschirmglas ist die heutige Anwendung hauptsächlich bei den „flachen“ Plasma- und LCD-Geräten zu sehen, die klassische Bildröhre hat ihre Bedeutung verloren. Bei Ziegeln und Klinkern verhindert der Zusatz von Bariumcarbonat unansehnliche Sulfatausblühungen und erhöht deren Witterungsbeständigkeit. Beide Produkte werden für Elektromag neten benötigt, die u. a. in Gleichstrommotoren in Autos und Waschmaschinen antreiben. In Feuerwerkskörpern sorgt Barium für die Farbe grün, Strontium für rot.