Chemistry for the Future Solvay Prize 2017 geht an Professor Susumu Kitagawa für seine Forschung über molekulare Architektur

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Brüssel, den 28. September 2017 --- Solvay hat mit dem diesjährigen Chemistry for the Future Solvay Prize Professor Susumu Kitagawa für seine Arbeit an der Entwicklung metallorganischer Gerüste ausgezeichnet. Diese neue Klasse von Werkstoffen erschließt eine Reihe potenzieller künftiger Anwendungen, darunter die Abscheidung umweltschädlicher Gase.

Der Chemistry for the Future Solvay Prize wird alle zwei Jahre verliehen. Er würdigt herausragende Entdeckungen von Wissenschaftlern, die den Grundstein für die Chemie von morgen legen und gleichzeitig dem menschlichen Fortschritt dienen. Der Gewinner wird von einer unabhängigen Jury aus sechs renommierten Wissenschaftlern ausgewählt, darunter Nobelpreisträger.

Susumi Kitagawa ist Vorreiter und führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der metallorganischen Gerüste (MOF), einer neuen Klasse von nanoporösen Werkstoffen. MOFs ähneln kleinen Käfigen mit einem Gitter aus metallhaltigen Knotenpunkten, die durch organische Verbindungselemente verknüpft werden. Die „Poren“ im Gitter sind sehr viel kleiner als der Durchmesser eines einzelnen menschlichen Haares und könnten Gase wie CO2, Methan oder Wasserstoff zur Nutzung in der Chemie oder im Energiesektor abscheiden.

Ich fühle mich geehrt, den Solvay-Preis zu erhalten für die vielen Jahre, die ich mit meinen Teams an der molekularen MOF-Architektur geforscht habe. Die einzigartigen Eigenschaften von MOFs - vor allem deren Absorptions- und Gastrennungs-Fähigkeiten - könnten in der Zukunft zu viel versprechenden Anwendungen führen, darunter Gasspeicherung, -freisetzung und -reinigung, Drug Delivery, Isoliermaterial und Steuerung der Innenraum-Luftqualität“, sagte Professor Kitagawa, Stellvertretender Direktor des Kyoto University Institute for Advanced Study (KUIAS) und Direktor des Institute for Integrated Cell-Material Sciences an der Universität Kyoto (iCeMS).

Professor Kitagawas Forschung könnte ein hohes Potenzial für zukünftige Geschäftserträge und einen nachhaltigeren Planeten haben. Die Abscheidung und Wiederverwendung von Gasen wie COoder Wasserstoff in diesen ‚Käfigen‘ kann zur Entwicklung sauberer Technologien beitragen, die den Klimawandel bekämpfen und neue Möglichkeiten der Energiespeicherung erschließen“, sagte Solvay-CEO Jean-Pierre Clamadieu. „Diese Forschung unterstreicht, wie die Chemie – als Wissenschaft und als Industrie – Lösungen für den Fortschritt von Mensch und Gesellschaft bereitstellt.“

Die Preisverleihungszeremonie findet am 22. November 2017 im Beisein des belgischen Königs Philippe im Palais des Académies in Brüssel statt. Der Chemistry for the Future Solvay Prize ist mit einem Preisgeld von 300.000 Euro dotiert. Er wurde 2013 anlässlich des 150. Jahrestages der Unternehmensgründung durch Ernest Solvay ins Leben gerufen. Mit ihm soll Ernest Solvays engagierter und begeisterter Einsatz für die Förderung der  wissenschaftlichen Forschung fortgeführt werden. Der erste Solvay-Preis ging 2013 an Professor Peter G. Schultz. 2015 wurde er an Professor Ben Feringa verliehen, der 2016 den Nobelpreis in Chemie erhielt.     





Solvay ist eine internationale Chemiegruppe, deren vielseitige Spezialitäten zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. In enger Partnerschaft mit Kunden entwickelt die Gruppe weltweit Innovationen für ganz unterschiedliche Anwendungen, etwa in Flugzeugen, Autos, Mobilgeräten und Medizintechnik, in Batterien oder bei der Förderung von Mineralien und Öl. Solvay trägt zur Nachhaltigkeit bei - mit leichten Werkstoffen für eine sauberere Mobilität, mit Rezepturen, die den Ressourcenverbrauch optimieren und mit Hochleistungschemikalien, die Luft- und Wasserqualität verbessern. Die Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter in 58 Ländern und erzielte 2016 einen Umsatz von 10,9 Mrd. Euro, 90 Prozent davon mit Geschäftsaktivitäten, in denen die Gruppe weltweit zu den Top 3 gehört. Solvay S.A. (SOLB.BE) ist an der Euronext in Brüssel und Paris gelistet (Bloomberg: SOLB.BB- Reuters: SOLB.BR). In den USA werden Aktienzertifikate der Gruppe (SOLVY) über ein Level-1-ADR-Programm gehandelt.

In Deutschland arbeiten fast 2.000 Beschäftigte an elf Standorten. 2016 erzielte die Solvay-Gruppe hier rund 1 Mrd. Euro Umsatz (alle Zahlen ohne die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte). Zu den Hauptprodukten zählen Fluor-, Barium- und Strontium-Spezialitäten, Hochleistungskunststoffe, Soda, Natriumbicarbonat sowie Wasserstoffperoxid.