Nachhaltiger Guar-Anbau in Indien

Technoserve's Assistant discusses with guar farmerClick to enlarge

Seit 2015 ist Solvay an einer groß angelegten Entwicklungsinitiative für örtliche Farmer im wasserarmen Nordwestindien beteiligt. Der Grund: Guar….

Bestimmt haben auch Sie schon Guar verbraucht - zum Beispiel beim Haarewaschen oder in Snacks. Das gefragte Verdickungsmittel aus dem Samen einer dürreresistenten Hülsenfrucht steckt in Kosmetika, Lebensmitteln, Getränken, wird aber auch in der Öl- und Gasförderung und Arzneimitteln eingesetzt. Wussten Sie, dass 80 Prozent des auf dem Weltmarkt angebotenen Guar aus Indien stammen, überwiegend aus den Halbwüstengebieten des Bundesstaates Rajasthan.


Guar – die unterschätzte Nutzpflanze

Die Sustainable Guar Initiativewurde 2015 gemeinsam mit der internationalen gemeinnützigen Organisation TechnoServe gegründet. TechnoServe fördert Geschäftslösungen, die die Armut bekämpfen und den Lebensstandard von Guar-Farmern verbessern. Für Solvay als weltweit führendem Anbieter von Guar-Derivaten ist das Mitwirken an dieser Initiative gemeinsam mit Partnern überaus sinnvoll. Partner der Gruppe sind ein Guar-Großkunde und Hindustan Gum, das 1962 gegründete indische Gemeinschaftsunternehmen von Solvay, das für die Beschaffung von Guar-Saatgut verantwortlich ist und Guarkernmehl produziert. 

Die Initiative will den nachhaltigen Anbau fördern und mit bewährten Praktiken das Einkommen der Farmer verbessern. Außerdem stärkt sie die Situation der Frauen, die nicht selten treibende Kraft des Wandels sind. Alle Seiten profitieren: Die Guar-Farmer verbessern ihren Lebensunterhalt, und die Einkäufer bekommen eine bessere Qualität und haben mehr Liefersicherheit. 
 
Der Guar-Markt leidet unter unsicheren Preisen und der schlechten Bezahlung der Farmer“, sagt Ravdeep Kaur, Projektleiterin bei TechnoServe. „Deshalb hatte Guar bislang weder für Behörden noch für Farmer Vorrang. Dieses Projekt, das erste seiner Art, hat sich bewährt.“




Intelligente Bewirtschaftung und

Insgesamt beteiligen sich in Bikaner, einem armen Bezirk Rajasthans, 1.500 Guar-Farmer an der Initiative, die ihr Einkommen im Verlauf von drei Jahren um 25 Prozent verbessern soll. 80 Prozent der dortigen Bevölkerung sind von der Landwirtschaft abhängig. Hier werden nur zwei Nutzpflanzen angebaut, eine davon ist Guar. „Es waren einige Anstrengungen nötig, um die Farmer zu motivieren, beim Guar-Anbau in bewährte Praktiken zu investieren. Bislang brachte der Anbau nämlich nicht viel Geld ein“, sagt Ravdeep Kaur. „Wichtig war ihnen zu vermitteln, welche Bedeutung sie am Anfang der Guar-Lieferkette haben.“

Das Programm läuft mittlerweile seit fast zwei Jahren. In dieser Zeit hat sich der Ernteertrag um 20 bis 40 Prozent gesteigert. „Wir arbeiten daran, noch höhere Ernteerträge und einträglichere Preisen zu erzielen. In gerade einmal zwei Jahren haben wir schon einiges erreicht. Unser Ziel für das dritte Jahr ist, dass 70 bis 80 Prozent der Farmer die ihnen vermittelten bewährten Praktiken nutzen, z. B. bei Auswahl, Ernte und Lagerung des Saatguts, Aussaat-Technik oder integriertem Pflanzenschutz.“
 
Das Programm geht aber noch einen Schritt weiter. In dieser Region ist die Ernährung seit jeher erschreckend einseitig. Die weiblichen Farmer zum Beispiel haben über die Initiative gelernt, wie sie sich und ihre Familien mit dem Gemüseanbau in Küchengärten besser ernähren und dabei Geld sparen können.
 
Über Vorzeige-Anbauflächen und Dorf-Komitees wird über das Programm informiert. „Unser Ziel ist es, Farmern ausreichend Wissen zu vermitteln, so dass sie die von uns in die Wege geleiteten Prozesse eigenständig weiterführen können. Solvay hat hier definitiv die Initiative ergriffen“, ergänzt Ravdeep Kaur. „Es ist großartig, mit einem so engagierten Partner zusammenzuarbeiten.“


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