Gigantischer Solarpark: Solvay setzt auf Energie der Sonne

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Solvay will seine Kohlendioxidemissionen senken. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, setzt die Solvay-Gruppe auf Energieeinsparungen und verstärkten Zukauf erneuerbarer Energien. Die neueste Initiative ist eine neue Form der Partnerschaft mit einem 900 Hektar großen Solarpark, der derzeit in South Carolina errichtet wird.

„Solvay Solar Energy, Jasper County SC“, so der Name der künftigen 71-Megawatt-Anlage südlich von Charleston. Zur Veranschaulichung: Die Solarmodule werden eine Fläche von 500 Fußballfeldern bedecken, mit jährlich 164.000 Megawatt genügend Strom für 15.000 Haushalte erzeugen und ca. 80.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Der Solarpark ist somit der größte in dieser subtropischen, sonnenreichen Region. 

Welche Rolle spielt Solvay?

Die Solvay-Gruppe hat sich schon sehr früh verpflichtet, alle Renewable Energy Certificates (REC-Zertifikate) zu erwerben, die der Solarpark in den nächsten 15 Jahren ausgeben wird. Das Unternehmen trägt so dazu bei, dass in einer Region, in der es stark präsent ist, mehr erneuerbare Energie erzeugt wird.

Weil der Solar-Strom aus sauberen, erneuerbaren Energiequellen stammt, profitiert die Umwelt. Diese Umweltvorteile werden von einer unabhängigen Drittpartei zertifiziert und in REC-Zertifikate umgewandelt. Erwerben dürfen diese Zertifikate allerdings nur Kunden, die mit dem Stromzukäufer nicht identisch sind.  

In South Carolina ist der Energiemarkt reguliert. Nur zwei regionale Stromversorger dürfen Strom zukaufen und an Endverbraucher verkaufen. Solvay kann den vom Solarpark erzeugten Strom daher nicht direkt beziehen. Mit dem Kauf von RECs lässt sich der Anteil erneuerbarer Energien am lokalen Energiemix dennoch erhöhen. RECs sind allerdings nur im regionalen Stromnetz gültig. Eine Fabrik in Indien kann also z. B. keine RECs von einem dänischen Windpark erwerben.



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Solarpark und Schildkröten

Für Solvay ist das Projekt Neuland. Da die Gruppe jedoch bis 2025 die Kohlenstoffintensität ihrer Standorte um 40 Prozent senken will, sucht die für Energie verantwortliche Global Business Unit Solvay Energy Services Bezugsquellen für grünen Strom.

Das Projekt in den USA bot sich an, weil Solvay einen großen Teil seines benötigten Stroms in den USA zukauft. Dort stammt Strom noch immer überwiegend aus Kohlekraftwerken. Ende 2016 nahm Solvay deshalb Kontakt mit dem amerikanischen Energieversorger Dominion auf, der den Jasper County-Solarpark baut. Der Standort des Solarparks ist sinnvoll, da Solvay im Südwesten der USA (Georgia, Tennessee und South Carolina) mehrere Werke hat und das Solvay-Werk Charleston nur 60 Meilen vom Solarpark entfernt liegt.

Solvay will mit seiner Beteiligung aber nicht nur eigene CO2-Reduktionsziele erreichen. Für die Gruppe ist dies auch ein Weg, die steigende Nachfrage von  Kunden nach Produkten zu erfüllen, die mit erneuerbaren Energien hergestellt werden. Der öffentliche Druck auf einen der wichtigsten Solvay-Kunden war ein positiver Schritt in diese Richtung. „Letzendliches Ziel ist, Produkte für Großkunden ausschließlich mit erneuerbaren Energien herzustellen“, so Solvay-CEO Jean-Pierre Clamadieu. Der Jasper County-Solarpark ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. 

Außerdem soll ein 450 Hektar großes Reservat beim Solarpark über hundert einheimischen Gopher-Schildkröten dauerhaften Schutz bieten. Die Kolonie wird eine der größten in diesem Bundesstaat sein.



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